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Bundeswehrkrankenhaus macht Schüler zu Lebensrettern

Koblenz, 20.09.2019.

Das Bundeswehrzentralkrankenhaus in Koblenz unterstützt die jährliche Woche der Wiederbelebung, die durch die Stiftung Deutsche Anästhesiologie ins Leben gerufen wurde. Das Personal des Rettungszentrums bringt Schülerinnen und Schülern aus dem Koblenzer Raum einfache Maßnahmen näher, die im Ernstfall Leben retten können.

Verkreuzte Hände drücken auf einen Simulationsbrustkorb
Herzdruckmassage (Quelle: Bundeswehr/Andreas Weidner)Größere Abbildung anzeigen

Die Idee zu diesem Projekt hatte der Notarzt und Facharzt für Anästhesie am Bundeswehrzentralkrankenhaus, Oberstabsarzt Benedikt Harmuth. Die Einladung an die im Großraum Koblenz liegenden Schulen fand großen Anklang. „Wir sprechen mit diesem Projekt Schülerinnen und Schüler ab einem Alter von zwölf Jahren an“, erklärt Benedikt Harmuth seinen Ansatz. „Unsere Absicht ist es, bereits ganz junge Menschen für das Thema Lebensrettung zu sensibilisieren.“

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Junge Menschen sind unbefangener

Die Erfahrung zeige, so Harmuth, dass gerade Kinder und Jugendliche an eine solche Aufgabe viel unbefangener herangehen, als Erwachsene. Während diese eher Ängste haben, etwas falsch zu machen, gehen junge Menschen beherzter an die Sache. Schülerinnen und Schüler des Schulsanitätsdienstes des Bischöflichen Cusanus Gymnasiums in Koblenz stellten dies eindrucksvoll unter Beweis.

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Erste Hilfe erfordert auch Mut

Gruppe von Jugendlichen sitzt vor einer Leinwand während ein Mann unterrichtet
Wiederbelebung in der Theorie (Quelle: Bundeswehr/Andreas Weidner)Größere Abbildung anzeigen

Beim Kreislaufstillstand nimmt das Gehirn bereits nach drei Minuten Schaden und erfordert beherztes Handeln von Laienhelfern bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes. Einige kurze, aber aufrüttelnde Videosequenzen über mögliche Notfälle leiteten den Nachmittag ein. Diese machten deutlich, wie wichtig Wiederbelebung und ein mutiges Einschreiten ist. Die Notfallsanitäterin Oberfeldwebel Stephanie Koudelka erläuterte die einzelnen Abläufe PRÜFEN. RUFEN.DRÜCKEN. Die schwindenden Überlebenschancen bei Verzögerungen von Hilfeleistungen sind erschreckend und motivierten die Jugendlichen zur engagierten Teilnahme an dieser besonderen Ausbildung.

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Schüler haben es drauf

Frau schaut Jungen bei einer simulierten Herzdruckmassage zu
Engagiert wird die Herzdruckmassage geübt (Quelle: Bundeswehr/Andreas Weidner)Größere Abbildung anzeigen

Natürlich folgte der Theorie, die bei dieser Gruppe von Schulsanitätern bereits bestens bekannt war, die praktische Ausbildung an klassischen Herz-Lungen-Wiederbelebungs-Puppen. PRÜFEN.RUFEN.DRÜCKEN: Notarzt und Notfallsanitäterin machten es vor und waren begeistert, mit wieviel Courage und Engagement die jungen Leute ihrem Beispiel folgten. „Ich bin ehrlich begeistert von dem, was ich mit den Schülerinnen und Schülern hier erleben darf. Die haben es echt drauf!“ strahlt Oberstabsarzt Harmuth.

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Hirn an, Handy aus

Mit diesem Projekt möchte das Team des Rettungszentrums aber auch mehr Sensibilität für alle potentiellen Retter an den Einsatzstellen erzeugen. „Hirn an, Handy aus!“ appelliert Dirk Zuschke, Anästhesie- und Intensivpfleger an die Vernunft jedes Einzelnen. Er erzählt den Jugendlichen einige Vorfälle aus seiner langjährigen Arbeit im Rettungsdienst und erzeugt Verständnis für den Menschen, der hinter dem Rettungsberuf steht. Seien es Gaffer, die Videos vom Einsatzort drehen und dem Rettungspersonal dabei oft sogar im Weg stehen, Autofahrerinnen und Autofahrer, die offenbar nicht wissen, was eine Rettungsgasse für einen Zweck hat und sogar Handgreiflichkeiten hat er in seiner Laufbahn schon erlebt.

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Arbeitsplatz Rettungsdienst

Um einen Eindruck vom Arbeitsplatz des Rettungspersonals gewinnen zu können, führte Zuschke die Gruppe durch das Rettungszentrum und zu den verschiedenen Einsatzfahrzeugen. Dabei schilderte er die Abläufe in einer Rettungsleitstelle und die Zusammenarbeit mit der Feuerwehr und der Polizei.

Gruppe steht vor Rettungsfahrzeugen
Besichtigung der Rettungsfahrzeuge (Quelle: Bundeswehr/Claudia Skopnick)Größere Abbildung anzeigen

Vom Auffinden einer bewusstlosen Person durch den Ersthelfer bis hin zu den professionellen Abläufen im Rettungsdienst sind die Schulsanitäterinnen und -sanitäter nunmehr bestens informiert und gut vorbereitet.

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Nächstes Jahr wieder

Gruppe von Schülern steht mit vier Erwachsenen vor Rettungsfahrzeugen
Schüler erhalten Lebensretterurkunden (Quelle: Bundeswehr/Claudia Skopnick)Größere Abbildung anzeigen

Das Team um Oberstabsarzt Benedikt Harmuth blickt stolz auf den Erfolg ihres Projekts, Schüler so früh wie möglich über lebensrettende Hilfsmaßnahmen in Theorie und Praxis zu informieren. „Aufgrund der großen Resonanz werden wir auch im kommenden Jahr wieder Schüler einladen, an unserem Projekt im Rahmen der Woche der Wiederbelebung teilzunehmen. Wir würden uns über eine rege Teilnahme sehr freuen. Vergessen wir nicht, dass jeder einmal in eine lebensbedrohliche Situation geraten kann.“

Insgesamt wurden in der Aktionswoche 250 Schülerinnen und Schüler am Bundeswehrzentralkrankenhaus zu Lebensrettern ausgebildet.
Je mehr Menschen mutig und beherzt eingreifen, desto besser. In diesem Sinne: PRÜFEN.RUFEN.DRÜCKEN!

Weitere Informationen erhalten Sie auch hier: http://www.einlebenretten.de

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Stand vom: 07.10.2019 | Autor: Claudia Skopnick


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