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Allererste Hilfe

München, 10.02.2010.
Sie heißen Tourniquet, QuikClot® oder Notverband. Ihre Aufgabe: Leben retten. Jeder Soldat, der in Afghanistan das Feldlager verlässt, hat eine neuartige persönliche Sanitätsausstattung dabei. „Bei schweren Verletzungen durch Sprengladungen oder Schusswunden ist die Versorgung in den ersten Sekunden und Minuten das Entscheidende”, sagt Oberstabsarzt Nico Dembofski vom Einsatzführungskommando in Potsdam. 2008 war er Chef der Sanitätskompanie im afghanischen Feldlager Kunduz.

Anlegen eines Notverbandes
Anlegen eines Notverbandes (Quelle: Sanitätsdienst Bundeswehr / Westphal)Größere Abbildung anzeigen

„Insbesondere das Stillen von stark blutenden Wunden hat oberste Priorität.” Hier helfen das so genannte QuikClot®, eine spezielle Kompresse mit blutstillendem Mittel und das Tourniquet, eine Staubinde für Blutgefäße. „Das Tourniquet ist eine saubere Sache”, bestätigt Oberfeldwebel Michael Gruber vom Sanitätszentrum Höxter.

Er war 2009 als Rettungsassistent auf einem Beweglichen Arzttrupp (BAT) in Kunduz eingesetzt. „Wir mussten glücklicherweise das nicht bei Kameraden anwenden, aber einem afghanischen Polizisten hat das nach einem Unfall das Leben gerettet”, berichtet Gruber.

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Ohne Einweisung keine Anwendung

Weitere Bestandteile der Ausstattung sind ein Autoinjektor mit dem Schmerzmittel Morphinsulfat, Vinyl-Handschuhe, Antibiotika-Tabletten, eine Rettungsdecke und ein Verbandpäckchen Brandwunde. Doch ohne Einweisung keine Anwendung: „Für alle Artikel der persönlichen Sanitätsausstattung gilt, Wissen um deren Nutzen und Anwendung in bestimmten Situationen ist Pflicht”, so Dr. Roger Müller-Pfaff vom Sanitätsamt der Bundeswehr. Der Oberfeldapotheker wirkt bei der Auswahl des Sanitätsmaterials mit.

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Erstversorgung durch den Ersthelfer
Erstversorgung durch den Ersthelfer (Quelle: Sanitätsdienst Bundeswehr / Westphal)Größere Abbildung anzeigen

Einfach und verständlich

Die dafür notwendige Ausbildung findet unter anderem im Ausbildungszentrum der Vereinten Nationen in Hammelburg statt. Hier wird Personal für die Einsätze in den Maßnahmen der erneuerten Sanitätsversorgung aber auch der taktischen Lage ausgebildet. Die Resonanz der Lehrgangsteilnehmer auf die Ausbildung spricht deutlich für die neue Ausrüstung. Stabsunteroffizier Nadine W. wird demnächst in den Einsatz nach Afghanistan verlegen.

Die 25-Jährige ist froh, dass sie am Material bereits vor ihrem ersten Einsatz ausgebildet wird und nicht erst im Einsatzland. „Der Umgang mit den einzelnen Komponenten ist so einfach und verständlich, dass ich denke, dass man selbst in brenzligen Situationen automatisch und sicher damit arbeiten wird. Man geht mit einem guten Gefühl in den Einsatz.”

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Deutliche Verbesserung

Das sieht auch Hauptmann Jan (36) so, der bereits vor seinem achten Einsatz steht. Auch er ist von der einfachen Handhabung der neuen Sanitätsausstattung überzeugt und sieht im Material eine deutlicher Verbesserung zu vergangenen Jahren. „Uns wird das Gefühl gegeben, dass man mit wenigen Handgriffen auch unter der äußeren Belastung der Einsatzsituation den Kameradinnen und Kameraden helfen kann. Speziell was das betrifft, sind wir viel besser gewappnet als noch vor drei oder vier Jahren.”

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Stand vom: 21.11.12 | Autor: 


http://www.sanitaetsdienst-bundeswehr.de/portal/poc/sanitaetsdienst?uri=ci%3Abw.zsan.technik.ausruestung