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Geschichte

Das Kommando Schnelle Einsatzkräfte Sanitätsdienst „Ostfriesland“ und seine Wurzeln

Das Kommando Schnelle Einsatzkräfte Sanitätsdienst wurde am 1. April 2003 im ostfriesischen Leer in Dienst gestellt. Es ging aus der ehemaligen Sanitätsbrigade 1 hervor, die nach knapp 10-jährigem Bestehen zum 31. März 2003 aufgelöst wurde.

Wappen des Sanitätsbataillons 11

Wappen des Sanitätsbataillons 11 (Quelle: Sanitätsdienst Bundeswehr)Größere Abbildung anzeigen

1957 wurde in Bad Eilsen ein Sanitätsbataillon aufgestellt, das knapp ein halbes Jahr später nach Delmenhorst in die Caspari-Kaserne verlegte. Dort wurde es 1959 mit Eingliederung in die neu aufgestellte 11. Panzergrenadierdivision des I. Korps in Sanitätsbataillon 11 umbenannt.

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Einzug des Sanitätsbataillons 11 in die Lettow-Vorbeck-Kaserne in Leer 1961.

Einzug des Sanitätsbataillons 11 (Quelle: Sanitätsdienst Bundeswehr)Größere Abbildung anzeigen

Das Bataillon zieht nach Leer

Im Februar 1961 erreichen die ersten Soldaten des jungen Sanitätsbataillons 11 die Lettow-Vorbeck-Kaserne in Leer. Diese Kaserne war 1937 bis 1939 erbaut worden und diente bis zu ihrer nahezu vollständigen Zerstörung im Jahre 1945 durch alliierte Bomber, der Marine als Garnison. Mit Einzug der Sanitätseinheit beginnt 1961 für Leer die Geschichte als Sanitätsstandort.

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Erstes Wappen des Sanitätsbataillons 110

Erstes Wappen des Sanitätsbataillons 110 (Quelle: Sanitätsdienst Bundeswehr)Größere Abbildung anzeigen

Ein weiteres Bataillon entsteht

Vier Jahre später entsteht in Leer ein weiteres Bataillon, das nicht wie das Sanitätsbataillon 11 der 11. Panzergrenadierdivision unterstellt war, sondern direkt dem Sanitätskommando des I. Korps in Münster. Drei Kompanien wurden dazu in Leer zusammengezogen, eine Krankentransportkompanie aus Bielefeld, eine Sanitätskompanie aus Leer sowie eine Ausbildungskompanie. Das Sanitätsbataillon 110 entstand.

1971 verließ dieses Bataillon Leer und verlegte ins niederländische Budel. Nach 15 Jahren allerdings wurde das Sanitätsbataillon 110 weitestgehend in eine Geräteeinheit umgewandelt. Nur die Ausbildungskompanie kehrte an den Geburtsort des Bataillons zurück und wurde bis zur endgültigen Auflösung des Sanitätsbataillons 110 im Jahre 1993 dem Sanitätsbataillon 11 unterstellt.

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Wappen des Sanitätsbataillons 110 Budel / NL

Wappen des Sanitätsbataillons 110 Budel / Niederlande (Quelle: Sanitätsdienst Bundeswehr)Größere Abbildung anzeigen

Das Erbe der 110er: Deutsch-niederländische Partnerschaft

Am 20. Februar 1975 war das Sanitätsbataillon 110, als einziger im Ausland stationierter Heeresverband, eine Patenschaft mit dem 103 Geneeskundig Bataljon aus Ermelo / NL eingegangen. Dieses niederländische Bataillon hatte einen vergleichbaren Auftrag und war ähnlich strukturiert. Mit dieser Patenschaft wurden bisherige lose Verbindungen beider Verbände gefestigt.

Ab dem 22. Mai 1997 führten als deren Erben das gemischte Lazarettregiment 11 und das 400 Geneeskundig Bataljon aus Ermelo diese Patenschaft weiter. Diese Patenschaft wurde vom Kommando Schnelle Einsatzkräfte Sanitätsdienst übernommen und zur Partnerschaft mit den niederländischen Kameraden ausgebaut.

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Die Leeraner Sanitätssoldaten verlassen die 11. Division

Mit der endgültigen Auflösung des Sanitätsbataillons 110 nimmt das 11er Bataillon mit dem Unterstellungswechsel von der 11. Panzergrenadierdivison zum Sanitätskommando des I. Korps den Platz der 110er ein. Damit „wandert“ das Bataillon in die neu aufzustellende Sanitätsbrigade 1.

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Wappen der Sanitätsbrigade 1

Wappen der Sanitätsbrigade 1 (Quelle: Sanitätsdienst Bundeswehr)Größere Abbildung anzeigen

Die Sanitätsbrigade 1 entsteht

Im Jahre 1993 wurde das Sanitätskommando des I. Korps in Münster aufgelöst. Gleichzeitig beginnt die Aufstellung der Sanitätsbrigade 1, die allerdings Münster verlässt und ebenfalls in die Leeraner Kaserne verlegt. Ihr unterstellt wird das Sanitätsbataillon 11 in Leer sowie die Luftlandesanitätskompanie 270 in Varel und die Sanitätsmaterialkompanie 100 in Dülmen. Damit wird die Sanitätsbrigade 1 dem späteren Kommando Schnelle Einsatzkräfte Sanitätsdienst schon ähnlicher.

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Das Sanitätsbataillon 11 verlässt Leer, die Sanität bleibt

1996 verlassen die ersten Soldaten des Sanitätsbataillon 11 Leer und verlegen nach Fürstenau. Hier beginnt die Umwandlung des Bataillons zum gemischten Lazarettregiment 11. Gleichzeitig vergrößert sich die Sanitätsbrigade 1, die mittlerweile einzige Sanitätsbrigade des deutschen Heeres geworden ist. Zusätzlich zu den bisher unterstellten Einheiten wurden ihr weitere Einheiten im gesamten Bundesgebiet unterstellt.

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Sanitätsausbildungszentrum Nord in Oldenburg

Ebenfalls 1996 entstand aus der aufgelösten 4. Kompanie des Sanitätsbataillons 11 das Sanitätsausbildungszentrum Nord in Oldenburg. Bis 2004 wurde in der Henning-von-Treskow-Kaserne dort sanitätsdienstliche Aus- und Fortbildung durchgeführt. Das Ausbildungszentrum blieb bis 2002 der Sanitätsbrigade 1 unterstellt und wurde 2004 aufgelöst.

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Namenszusatz „Ostfriesland“

Seit den 1990er Jahren erhielten auch in der Sanität Verbände Namenszusätze, die auf die Verbundenheit mit der Region hinwiesen. Im Juni 2000 stimmte der Verteidigungsminister einem Antrag der Sanitätsbrigade 1 zu, den Namenszusatz „Ostfriesland“ zu führen. Diese Namensgebung wurde im September des Jahres vollzogen.

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Wappen des Sanitätsregiments 12

Wappen des Sanitätsregiments 12 (Quelle: Sanitätsdienst Bundeswehr)Größere Abbildung anzeigen

Die "Transformation" der 2000er Jahre

Durch weitreichende Bündelung sanitätsdienstlicher Kräfte der Bundeswehr entstand zu Beginn der 2000er Jahre der Zentrale Sanitätsdienst als eigenständiger Organisationsbereich neben, Heer, Luftwaffe, Marine und Streitkräftebasis. Als Folge davon wechselte die Sanitätsbrigade 1 „Ostfriesland“ vom Heer zum Zentralen Sanitätsdienst. Doch die Tage der Brigade selbst waren ebenfalls gezählt. Sie gab das gemischte Lazarettregiment 11 ab, das zukünftig dem neu aufgestellten Sanitätskommando 1 in Kiel unterstellt und in Sanitätsregiment 12 umbenannt wurde. Im März 2003 erfolgte die Auflösung.

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Erstes Wappen des Kommandos Schnelle Einsatzkräfte Sanitätsdienst

Erstes Wappen des Kdos SES „Ostfriesland“ (Quelle: Sanitätsdienst Bundeswehr)Größere Abbildung anzeigen

Kommando Schnelle Einsatzkräfte Sanitätsdienst „Ostfriesland“

Ende 2002 wurden die 2. und 4. Kompanie des gemischten Lazarettregiments 11 dem Aufstellungsstab Kommando Schnelle Einsatzkräfte Sanitätsdienst unterstellt. Dieser Verband wurde aus der Sanitätsbrigade 1 „Ostfriesland“ gebildet. Mit Auflösung der Brigade wurde das Kommando in Dienst gestellt.

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Wappen des Kommandos Schnelle Einsatzkräfte Sanitätsdienst „Ostfriesland“ ab 2007

Wappen des Kommandos Schnelle Einsatzkräfte Sanitätsdienst „Ostfriesland“ ab 2007 (Quelle: Sanitätsdienst Bundeswehr)Größere Abbildung anzeigen

Neue Aufgaben – das „neue“ Kommando Schnelle Einsatzkräfte Sanitätsdienst

Wiederum zwangen neue Aufgaben und Neubewertungen zum Aufbau eines neuen Verbandes. 2007 wurde dafür aus dem bisherigen Kommando Schnelle Einsatzkräfte Sanitätsdienst in Leer und dem Sanitätsregiment 12 in Fürstenau ein neues Kommando Schnelle Einsatzkräfte Sanitätsdienst gebildet. Dieses war nun, im Gegensatz zu seinem Vorgänger, in drei Kommandobereiche gegliedert: Für Einsätze der ersten Stunde (Bundeswehrjargon: "Anfangsoperationen") war der sog. Kommandobereich "Initial-Entry-Forces" (IEF) verantwortlich, der am Standort Leer stationiert war und weitestgehend aus dem alten Verband bestand. Aus dem aufgelösten Sanitätsregiment 12 wurde der sog. Kommandobereich "Follow-On-Forces" (FOF) gebildet, der dafür vorgesehen war, die Soldaten der ersten Stunde im Einsatz abzulösen (Bundeswehrjargon: "Folgeoperationen"). Dieser Kommandobereich verlegte seinen Standort von Fürstenau nach Schwanewede. Für Planung, Vorbereitung und Ausbildung gab es zusätzlich einen Kommandobereich "Führungs- und Einsatzunterstützung", der aber bereits 2010 wieder aufgelöst wurde.

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Der Weg in die Zukunft: Weiterentwicklung – Spezialisierung – Partnerschaft

Die Neuausrichtung der Bundeswehr ab 2010 gilt als umfassendste Reform der Bundeswehr seit ihrem Bestehen. Sie umfasst alle Bereiche der Bundeswehr. Somit war auch das Kommando Schnelle Einsatzkräfte Sanitätsdienst „Ostfriesland“ wieder von grundlegenden Veränderungen betroffen. Am 8. Dezember 2014 wurde der Kommandobereich IEF außer Dienst gestellt, ein halbes Jahr später, am 3. Juni 2015, folgte der Kommandobereich FOF. Mit dieser Außerdienststellung in Schwanewede, endete auch die Geschichte der Garnison Schwanewede.

Die Geschichte in Leer geht allerdings weiter. Das Kommando spezialisiert sich weiter als hochmobiler Einsatzverband der ersten Stunde. Zusammen mit seinem niederländischen Partner, dem 400 Geneeskundig Bataljon aus Ermelo, mit dessen Vorgänger das Sanitätsbataillon 110 eine Patenschaft begonnen hatte, entwickelt er derzeit neue Wege gemeinsamer Einsatzverfahren auf bi-nationaler Ebene.

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Stand vom: 08.01.16


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