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Kurz vorgestellt… Die unsichtbaren Veteranen

Koblenz, 02.01.2018.

Major Marcel Bohnert ist Sachgebietsleiter Neue Medien im Bundesamt für Personalmanagement der Bundeswehr in Köln. Das war nicht immer so. 2011 war er als Hauptmann und Kompaniechef einer Infanteriekompanie in Kunduz. Das Thema „Veteranen“ hat ihn seitdem nicht mehr losgelassen. Im Jahr 2016 gibt er, zusammen mit seinem ehemaligen CIMIC-Offizier aus dem Einsatz in Afghanistan, Björn Schreiber, das Buch „Die unsichtbaren Veteranen“ heraus.

Major Marcel Bohnert war, 2011 noch als Hauptmann, Kompaniechef in Kunduz. (Quelle: privat)Größere Abbildung anzeigen

Auf die Frage, wie es dazu kam, dass er gemeinsam mit Björn Schreiber dieses Buch herausgegeben hat antwortet er: „Das Veteranenthema wurde in Deutschland bisher sehr stiefmütterlich behandelt. Da ich nach meiner Rückkehr aus Afghanistan in den Bund Deutscher Einsatzveteranen (BDV) eingetreten bin, wo sich viele Soldatinnen und Soldaten, auch zum Teil Ehemalige und Traumatisierte, zusammengeschlossen haben um dieses Thema in die Öffentlichkeit zu tragen, habe ich mir die Frage gestellt, was ich zur Erfüllung dieser Aufgabe beitragen könnte. Björn Schreiber und ich haben schnell bemerkt, dass der Bedarf bei den Betroffenen nach Wahrnehmung und Diskussion immens groß ist. Aufgrund meiner Publikationserfahrung haben wir dann beschlossen, ein Buch herauszubringen, das sich mit den neuen Veteranen, welche die Auslandseinsätze der Bundeswehr hervorgebracht hat, beschäftigt. Wir wollen damit Diskussionen um dieses Thema anstoßen.“

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Viele Autoren und ein Ziel

Das am 20. März 2016 erschienene Buch ist ein Sammelband, in dem sich 31 Autorinnen und Autoren verewigt haben. „Wir haben einen sogenannten „Call for papers“ gemacht. Das ist ein Aufruf, der Autoren dazu animieren soll, Vorschläge für das Buchprojekt einzureichen. Den Aufruf haben wir sowohl auf der eigens dafür geschaffenen Facebook Seite, als auch in gedruckter Form zum Beispiel im BDV zugänglich gemacht, und haben dann gewartet was da kommen mag. Teilweise haben wir auch die Leute, von denen wir wussten, dass sie in dem Bereich aktiv sind, angeschrieben und gefragt, ob sie nicht etwas für das Buch beisteuern möchten. So kamen wir dann im Endeffekt auf diese 31 Autoren. Den Großteil der Autoren konnten wir jedoch durch den Aufruf gewinnen. Die Menschen haben uns angeschrieben, sich vorgestellt, ihren Bezug zur Thematik und die Bereitschaft etwas beizusteuern dargestellt. André Wüstner, den Vositzenden des Deutschen Bundeswehrverbandes und den ehemaligen Wehrbeauftragten des Bundestages Reinhold Robbe haben wir jedoch gezielt angeschrieben und unser Projekt beschrieben. Beide haben sich bereit erklärt, einen Beitrag beizusteuern“, erklärt Bohnert.

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Schmerz von der Seele schreiben

Viele Autorinnen und Autoren haben sich mit dem Beitrag für dieses Buch ihren Schmerz von der Seele geschrieben, was auch als gängiger therapeutischer Ansatz zu sehen ist. „Allerdings hatten wir auch Fälle, in denen das nicht möglich war. Ich kann mich noch genau an zwei Autoren erinnern, die das genau aus diesem therapeutischen Grund machen wollten, und das auch mit ihren Therapeuten besprochen hatten, jedoch irgendwann nicht mehr die Kraft dazu hatten. Das war zu emotional für die beiden. Auch der Umstand, dass wir unsere Hilfe angeboten haben, konnte daran verständlicherweise nichts ändern. Es war einfach zu schmerzhaft, sich diese Dinge nochmal bewusst zu machen“, weiß Major Bohnert zu berichten.

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Alles für den guten Zweck

Die Erlöse aus dem Verkauf des Buches gehen zu einhundert Prozent in die Arbeit des Bundes Deutscher Einsatzveteranen. Der Verein kümmert sich beispielsweise um traumatisierte Veteranen in Obdachlosigkeit oder mit finanziellen Schwierigkeiten und hilft diesen, wieder ein halbwegs normales Leben zu führen.

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Bezugsdaten

Die unsichtbaren Veteranen

Taschenbuch: 324 Seiten

Verlag: Miles-Verlag; Auflage: 1 (7. März 2016)

Sprache: Deutsch

ISBN-10: 3945861276

ISBN-13: 978-3945861271

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Stand vom: 03.01.18 | Autor: Michael Tomelzik


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