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Ein viertel Jahrhundert ARCHIS

Koblenz, 07.02.2018.

Was im Jahre 1993 als informelles Arbeitstreffen zwischen einigen Chirurgen der Bundeswehrkrankenhäuser in Ulm begann, avancierte in den letzten zwei Dekaden zu einem wissenschaftlichen Forum. Die Arbeitsgemeinschaft chirurgisch tätiger Sanitätsoffiziere (ARCHIS) thematisiert medizinische Entwicklungen von der Versorgung typischer Verletzungsmuster bis hin zu aktuellen medizinischen Entwicklungen.

Der Präsident der DGWMP, Generaloberstabsarzt a.D. Dr. Jürgen Blätzinger. (Quelle: Sanitätsdienst Bundeswehr/Weidner)Größere Abbildung anzeigen

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Geschichte der ARCHIS

Das damals erste Treffen formierte sich vor dem Hintergrund des laufenden Einsatzes in Kambodscha. Diesen wertvollen Geist der Einsatzbezogenheit zu chirurgischen Fragestellungen atmet und lebt das Forum noch heute.

1998 wurde die ARCHIS als eigenständiger Arbeitskreis „Einsatzmedizin“ in die Deutsche Gesellschaft für Wehrmedizin und Wehrpharmazie (DGWMP) aufgenommen. Durch diesen Schritt wurde die Einsatzmedizin und Einsatzchirurgie zum Fokus der DGWMP und die ARCHIS zum Vorreiter bei der fachlichen und wissenschaftlichen Diskussion und Weiterentwicklung der Einsatzchirurgie.

Ein solches Format konnte nur bestehen und langfristig interessierte Teilnehmende binden, wenn es Menschen gibt, die unermüdlich an der Organisation, aber ebenso an der Weiterentwicklung der Veranstaltung und den Inhalten arbeiten.

In diesem Zusammenhang war Generalstabsarzt Dr. Stephan Schmidt, Chef des Stabes Kommando Sanitätsdienst, in Vertretung des Inspekteurs eingeladen um zu beschreiben, wo der Sanitätsdienst derzeit steht.

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Sicherheitspolitischer Rahmen

Das Handeln der Chirurgen und des Sanitätsdienstes der Bundeswehr insgesamt ist natürlich nicht denkbar ohne die sicherheitspolitischen Rahmenbedingungen. Nach fundamentalen Änderungen in der internationalen Sicherheitsarchitektur haben sich neue Herausforderungen für den Sanitätsdienst entwickelt. Diese basieren auf einer Gleichgewichtung der Aufgaben aus der „Landes- und Bündnisverteidigung“ und dem „Internationalen Krisenmanagement“.

Neben dem deutlich selbstbewusster auftretenden Russland stehen die Proklamation der USA unter dem Motto „Amerika First“, das Brexit-Referendum, sowie die instabile Lage vieler Länder in Nordafrika. Diesen Entwicklungen kann nur eine gemeinsame nachhaltige Zusammenarbeit auf europäischer Ebene in Verteidigungsangelegenheiten entgegenwirken.

Das Auditorium der 25. ARCHIS Tagung. (Quelle: Sanitätsdienst Bundeswehr/Weidner)

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Internationale Zusammenarbeit

Die Aufgaben sind so vielfältig und groß, dass sie nur im internationalen Rahmen bewältigt werden können. Das gilt insbesondere für den Sanitätsdienst und die sanitätsdienstlichen Versorgung von multinationalen Operationen und Einsätzen.

Das gemeinsame Vorgehen zu harmonisieren erfordert zwingend ein übergreifendes Steuerungselement, in diesem Fall das Multinational Medical Coordination Center (MMCC) beziehungsweise das European Medical Command (EMC). Nur mit ihm können die notwendigen Kommunikationskanäle hergestellt und gehalten, die Partnernationen zusammengeführt und zusammengehalten, der konzeptionelle Rahmen geschaffen und fortgeschrieben und damit die Leistungserbringung überhaupt erst ermöglicht werden. Das Funktionieren des MMCC/EMC werde wesentlicher Garant einer erfolgreichen Auftragserfüllung, sagte Generalstabsarzt Dr. Schmidt.

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Zivil-militärische Zusammenarbeit

Auch im Inland gewinnt das Agieren und die Kooperation mit zivilen Partnern immer mehr an Bedeutung. Die erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie und dem Sanitätsdienst ist hier ein erfolgreiches Beispiel, welches sich über einen fruchtbaren und konstruktiven fachlichen Austausch über das letzte Jahr entwickelt hat und ist seit einigen Monaten in einem Dokument geregelt ist.

Hier geht es um den Wissenstransfer aus der Einsatzmedizin von Sanitätsoffizieren zu zivilen Ärzten für die Versorgung von Opfern bei Großschadensereignissen. Dieses erfolgreiche Modell der Zusammenarbeit soll weiter vertieft werden. Es ermöglicht erfolgreich fachliche Erfahrungen aus dem Sanitätsdienst zu transponieren.

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Stand vom: 07.02.18 | Autor: Matthias Frank


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