Üben für den Ernstfall
Suffield, 29.07.2009.
Precise Response, so der Name einer NATO-Übung auf dem kanadischen Übungsplatz Suffield. Über 300 Soldaten aus acht Nationen, darunter die Task Force Medizinischer ABC-Schutz des Sanitätsdienstes der Bundeswehr, üben die Abwehr von einer Bedrohung mit atomaren, biologischen und chemischen (ABC) Gefahren. Doch eines ist hier keine Übung: Es werden echte Kampfstoffe eingesetzt.
Stimmen zur Übung

In einem „Dorf" wird ein Labor entdeckt, dass vermutlich zur Herstellung von Senfgas genutzt wird. Deutsche und französische Kräfte sollen gemeinsam das Gebäude untersuchen und Proben nehmen. Anschließend müssen alle dekontaminiert werden. Nur eines vieler verschiedener Szenarien, mit denen die Task Force konfrontiert wird.

Die Task Force
Die Task Force medizinischer ABC-Schutz ist eine Expertengruppe und besteht aus Wissenschaftlern der Bereiche Medizin, Biologie und Chemie. Im Dienstalltag forschen sie in Fachinstituten der Bundeswehr und beraten militärische und zivile Stellen. Gibt es Anzeichen für einen Einsatz von ABC-Mitteln, wie etwa ungewöhnliche Krankheitsfälle, verlegt die Task Force sofort zum Einsatzort.

Optimal vorbereitet
Oberstarzt Dr. Dirk Densow ist der Leiter der Task Force und ist zufrieden mit dem Übungsverlauf: „Wir können hier genau die Szenarien durchspielen, auf die wir vorbereitet sein müssen, wie Terroranschläge, geheime Labore oder Unfälle.“ Auch sei die multinationale Zusammensetzung optimal, da bei Einsätzen in Einsatzkontingenten von einem gemischten Einsatz ausgegangen werden müsse.

Experten auf dem Gebiet
Die Tatsache, dass tatsächlich scharfe Kampfstoffe eingesetzt werden, bewertet Dr. Densow als notwendig: „Das ist unersetzlich für uns, nur so können wir realistisch den Einsatz unserer Messgeräte üben“. Eine ernsthafte Gefahr für seine 27 Soldaten sieht er nicht. „Wir sind Experten auf diesem Gebiet. Die Sicherheitsvorkehrungen sind streng. Wir haben keine Angst, aber Respekt vor den Kampfstoffen“.












