Die Verteidigung der Gesundheit – gemeinsam aktiv im Kampf gegen Leukämie
Koblenz, 27.01.2010.
Alle 45 Minuten erkrankt ein Mensch an Leukämie. Zu einem großen Teil trifft die schwerwiegende Diagnose Kinder und Jugendliche. Die Therapie der Wahl ist für viele Patienten eine Übertragung von gesunden Blutstammzellen. Die Spender mit geeigneten genetischen Merkmalen werden aus Spenderdateien ausgewählt, die im Zentralen Knochenmarkspender-Register zusammen geführt werden.

Zwei der in Deutschland tätigen Organisationen wandten sich im Jahre 2008 an das Verteidigungsministerium mit der Bitte, die bereits sporadisch erfolgte Zusammenarbeit zu intensivieren und ein Kooperationsprojekt mit dem Blutspendedienst der Bundeswehr zu etablieren. Das Klientel bei der Bundeswehr ist besonders interessant, weil hier viele junge Spender zur Verfügung stehen, die für die Auswahl noch besonders lange – in der Regel bis zum 50. Lebensjahr zur Verfügung stehen.
Blutspendedienst als großer Versorger
Der Blutspendedienst der Bundeswehr versorgt mit dem von ca. 40.000 Soldaten und Zivilbeschäftigten pro Jahr freiwillig und unentgeltlich gespendeten Blut die Feldlazarette im Ausland sowie die Bundeswehrkrankenhäuser im Inland; im möglichen Umfang wird auch die zivile Blutversorgung in Deutschland durch Lieferungen an Krankenhäuser und Arztpraxen unterstützt.
Die Organisationen, mit denen der Blutspendedienst der Bundeswehr zusammenarbeitet, werden nachfolgend vorgestellt:
Mit dem Motto „1 x STECHEN = 2 x HELFEN“ bittet die Stefan-Morsch-Stiftung Soldaten,
sich im Rahmen eines Blutspendetermins des Blutspendedienstes der Bundeswehr als Stammzellspender registrieren zu lassen. Der Blutspendedienst der Bundeswehr unterstützt die Arbeit der ersten und ältesten Knochenmark- und Stammzellspenderdatei Deutschlands schon seit Jahren. Eine sehr persönliche Betreuung der Spender ist für eine relativ kleine aber „feine“ Organisation – wie die Stefan-Morsch-Stiftung - besonders gut möglich. Die Auftaktveranstaltung mit einem offiziellen Vertreter des Inspekteurs des Sanitätsdienstes fand im August 2009 in Augustdorf statt.

Gemeinsames Logo
Die größte Datei mit über 2 Mio. registrierten Spendern ist die Deutsche Knochenmarkspenderdatei (DKMS), die mit der Pilotveranstaltung im November 2008 in Nörvenich ebenfalls als offizieller Kooperationspartner in die Bundeswehr eingeführt wurde. Bei diesem Partner wurde eigens ein Aktionsteam gegründet, um dieses Projekt zum Erfolg zu führen und die Abstimmung mit dem Blutspendedienst der Bundeswehr sicherzustellen. Ein eigens erstelltes gemeinsames Logo ziert nun das zur Verfügung gestellte Informationsmaterial.

Ohne, daß Personal oder Material der Bundeswehr in Anspruch genommen werden, entnehmen die beiden genannten Organisation von den potentiellen Knochenmarkspendern nach einer ausführlichen Aufklärung über die Maßnahme lediglich ein zusätzliches Röhrchen (5 ml) mit Blut im Zuge der ohnehin erforderlichen Erhebung der Laborwerte. Zu diesem Zweck ist kein zusätzlicher „Pieks“ erforderlich.
„großartige Erfolgsgeschichte“
Nach bereits einem Jahr zeigt sich das Projekt als großartige Erfolgsgeschichte. So ließen sich 2009 rund 14.000 Soldaten bei 160 Blutspendeterminen registrieren. 15 Personen konnten mit Ihrer Spende bereits Leben retten und über 200 sind im Suchlauf, d.h. in der Vorauswahl. Der auf freiwillige Blutspenden angewiesene Blutspendedienst der Bundeswehr erreicht mit dem zusätzlichen Angebot der kostenlosen Registrierung als Zellspender eine breite Verbesserung der Motivation von Spendewilligen und Vorgesetzten, die den Soldaten die Gelegenheit zur gelebten Selbst- und Kameradenhilfe durch entsprechende Dienstplangestaltung ermöglichen.
Der Sanitätsdienst der Bundeswehr beweist mit dieser zivil-militärischen Zusammenarbeit gesamtgesellschaftliche Verantwortung und stärkt damit das Ansehen der Bundeswehr in der Bevölkerung.


