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Advanced Cardiac Life Support (ACLS): Komplexes Megacode-Training

München, 27.03.2009.
Am zweiten Tag des von der American Heart Association zertifizierten ACLS-Kurses üben die Teilnehmer die Reanimation bei komplexen Notfallszenarien.

Lehrgangsteilnehmer trainieren Notfallsituationen an Megacode-Puppen
Im Team (Quelle: Sanitätsdienst Bundeswehr / Schandert)Größere Abbildung anzeigen

Freitagmorgen: Nachdem gestern die einzelnen Behandlungsalgorithmen für verschiedene Herz-Kreislauf-Zustände trainiert und verinnerlicht wurden, ging es heute am zweiten Tag des ACLS-Kurses um die richtige Anwendung der Algorithmen in komplexen Notfallverfahren. Dazu wurden erneut Gruppen gebildet, die ein Notfallteam am Einsatzort simulierten. Jeweils ein Gruppenmitglied übernahm eine bestimmte Aufgabe beim Training an den sogenannten Megacode-Puppen: ein leitender Arzt, der die Anweisungen zur Behandlung gibt und jeweils eine Person für Beatmung, Herzmassage, Bedienung des Defibrillators und Medikamentengabe.

Zwei weitere Lehrgangsteilnehmer beobachteten das Geschehen, stoppten die Zeit und gaben anschließend Feedback. Der Gruppentutor, ein erfahrener Rettungsassistent, erklärte zu Beginn kurz die Situation und nahm anschließend die Rolle des Betroffenen ein.

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Reanimationsmaßnahme Herzdruckmassage
Herzdruckmassage (Quelle: Sanitätsdienst Bundeswehr / Schandert)Größere Abbildung anzeigen

Megacode-Training

Typisches Notfallszenario: Ein 60-jähriger Mann ist plötzlich zusammengebrochen und klagt über starke Schmerzen im Brustbereich. Nun gilt es für das Team keine Zeit zu verlieren, denn jeden Moment kann der Patient kollabieren. Was nun folgt ist eine Abfolge von standardisierten Maßnahmen, die sogenannten Algorithmen. Wenn sich das Team genau daran hält, stehen die Chancen gut den Patienten zu stabilisieren und zur weiteren Behandlung in eine Klinik zu bringen.

Dieses und andere Übungsszenarien wurden so lange wiederholt, bis jeder Lehrgangsteilnehmer einmal die Rolle des leitenden Arztes am Notfallort wahrgenommen hat – denn das wird auch seine spätere Aufgabe sein. Stabsarzt Ulrike Zumbühl, selbst Lehrgangsteilnehmerin, schätzt diese Art des Trainings im ACLS-Kurs: „Jeder ist im Gruppentraining gezwungen, jede Position mindestens einmal einzunehmen. Dadurch kann man die Abläufe verinnerlichen und in der Position als leitender Notarzt lernt man, die Übersicht zu behalten.“ Seit einem Jahr ist sie Assistenzärztin in der Anästhesie und Intensivmedizin am Bundeswehrkrankenhaus Hamburg und hat selbst bereits zahlreiche Notarzteinsätze begleitet. Ihr Ziel ist es später selbst als Notarzt zu arbeiten und dafür sei der Lehrgang eine wichtige Grundlage. Aber auch für jede andere Fachrichtung sei der ACLS-Kurs eine gute Basis, denn es könne überall zu Notfällen kommen, erklärt die angehende Notärztin.

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Oberstabsarzt Dr. Christian Ruf und Stabsarzt Ulrike Zumbühl bei der Cardio-Pulmonalen-Reanimation
Praktische Prüfung (Quelle: Sanitätsdienst Bundeswehr / Sanitätsdienst)Größere Abbildung anzeigen

Zertifikat nach erfolgreicher Prüfung

Nachdem die Lehrgangteilnehmer zwei Tage intensiv im Bereich der kardiovaskulären Notfallmedizin geschult wurden, folgte am Mittag nochmals eine Zusammenfassung des Kurses bevor es zum Prüfungsteil überging. Erst nach erfolgreichem Bestehen der schriftlichen (theoretischen) und praktischen Prüfung, die analog der Gruppenübungen durchgeführt wurden, wurde das anerkannte Zertifikat der AHA verliehen, dass nicht nur einen international vergleichbaren ACLS-Standard bescheinigt, sondern auch Reputation und mehr Vertrauen im Kollegenkreis bedeutet.

Lehrgangsteilnehmer Oberstabsarzt Dr. Christian Ruf schätzt die durchgehend hohe Qualität des ACLS-Moduls und des gesamten Notfallmedizinerlehrgangs. „Besonders gelungen ist die Kombination von Theorie und Praxis. Jedes Theorieteil wird auch praktisch geübt. Dadurch konnte man vor allem auch die zeitlichen Abläufe verinnerlichen.“ Besonders bei Notfällen spielt der Faktor Zeit eine entscheidende Rolle. Wie man die richtigen Maßnahmen punktgenau durchführt, ohne den Überblick zu verlieren, vermittle das Konzept des ACLS-Kurses sehr gut, resümiert der junge Arzt.

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vlnr: Jürgen Timmermann (AHA Deutschland), Generalarzt Dr. Sohns, Dr. Heinzpeter Moecke (IfN), Jerry Potts (AHA Europe) und Christian Schäfer (AHA Deutschland)
Gruppenfoto (Quelle: Sanitätsdienst Bundeswehr / Schandert)Größere Abbildung anzeigen

Fruchtbare Kooperation

Den aktuellen Durchgang des ACLS-Kurses nutzten auch die Vertreter der American Heart Association (AHA) in Deutschland und Europa sowie des Instituts für Notfallmedizin (IfN), um sich ein Bild von der Ausbildung an der Sanitätsakademie der Bundeswehr (SanAkBw) zu machen. Bei einem kurzen Gespräch mit Generalarzt Dr. Sohns, dem Kommandeur der SanAkBw, bedankte sich dieser für die unbürokratische und schnelle Unterstützung beider Organisationen bei der Implementierung des ACLS-Kurses in den Notfallmedizinerlehrgang und die Anerkennung der SanAkBw als International Training Center (ITC) der AHA. Außerdem betonte er die Notwendigkeit von einheitlichen Standards im Bereich der Notfallmedizin, gerade auch in Hinblick auf die Zusammenarbeit in internationalen Teams bei Auslandseinsätzen der Bundeswehr.

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Stand vom: 30.03.2009 | Autor:

http://www.sanitaetsdienst-bundeswehr.de/portal/a/sanitaetsdienst%3Fyw_contentURL=%2F01DB080000000001%2FW27QJHUG931INFODE%2Fcontent.jsp.html