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Experten auf Abruf: Reservisten in der Zivil-Militärischen Zusammenarbeit

Berlin / Weißenfels, 09.04.2010, Y - Magazin der Bundeswehr.
Ein realistisches Szenario: Im Land Brandenburg herrscht Katastrophenalarm, nachdem an einem Bahnübergang ein Gefahrguttransporter von einem Zug erfasst wurde. Bei dem Unfall haben sich über 30 Fahrgäste schwer verletzt, aus dem beschädigten Transporter dringt eine Flüssigkeit, die Gasschwaden bildet.

Kräfte des Roten Kreuzes und Soldaten bei der gemeinsamen Erstversorgung von Verwundeten

Eine gemeinsame Übung (Quelle: Sanitätsdienst Bundeswehr / Bergner)Größere Abbildung anzeigen

Wie bei jeder Notlage, auch wenn es nur eine Übung ist, bilden zunächst Mitarbeiter der zuständigen Stadtverwaltung und des Landkreises einen kommunalen Krisenstab. Sie entscheiden, das zuständige Landeskommando (LKdo) um Unterstützung zu bitten. Das LKdo alamiert das Kreisverbindungskommando (KVK), das zum Krisenstab tritt. Im ersten Ansatz ist die Beurteilung der Lage gefragt: Welche Ausmaße hat das Schadensereignis? Wo sind die personellen Ressourcen der zivilen Seite erschöpft? Welches Material wird benötigt und kann weder von zivilen Organisationen wie THW, Rotem Kreuz oder der Wirtschaft bereitgestellt werden?

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Ein Fall für die Task Force?

Auch Oberfeldarzt der Reserve Dr. Uwe Peters gehört zum KVK. Er ist der Beauftragte für Zivil-Militärische Zusammenarbeit im Gesundheitswesen (BeaSanStOffzZMZGesWes). Im richtigen Leben leitet Peters das Gesundheitsamt Berlin-Pankow. „Wenn es um medizinische Versorgung geht, bin ich der wesentliche Berater des Leiters KVK“, erklärt er. In dieser Funktion sind mehr als medizinische Kenntnisse gefragt. Ein BeaSanStOffzZMZGesWes muss zum Beispiel wissen, wo die Krankenhäuser und Spezialkliniken in der Region liegen, welche Kapazitäten sie haben. Er muss aber auch wissen, was der Sanitätsdienst der Bundeswehr im Katastrophenfall leisten kann. Im fiktiven Brandenburger Fall ginge es dann unter anderem darum, ob die Task Force Medizinischer ABC-Schutz gerufen wird und ob Großraumrettungshubschrauber oder geländegängige KrKw zum Transport der Verletzten erforderlich sind.

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Dr. Uwe Peters ist Arzt und Reservist (Quelle: Bundeswehr/Jeserich)Größere Abbildung anzeigen

Auch für Tierseuchen zuständig

Peters versteht sich auf noch einiges mehr. Wie das gesamte Team, ist er mit der Gefährdungsstruktur des Landes, speziell des Landkreises, vertraut. Der Oberfeldarzt weiß, wie viele Kilometer Autobahn, welche Bahnlinien und Flughäfen es gibt, die zur gefährdeten Infrastruktur zählen. Und wie alle KVK-Angehörigen bundesweit kennt auch er die Größe und Lage von Chemiebetrieben sowie waldbrand- und hochwassergefährdete Gegenden.

Auch Tierseuchen und Pandemien fallen in das Fach des BeaSanStOffzZMZGesWes, etwa Maul- und Klauenseuche, die Vogel- oder die Schweinegrippe. „Jährlich wird in den Krisenstäben, im Landeskommando und im Sanitätskommando mehrfach geübt und beide Kommandos holen mich dazu“,erzählt Peters und erklärt eine Besonderheit: Während die KVK den Landeskommandos unterstehen, ist er als Beauftragter SanStOffz außerhalb der Einsätze dem Sanitätskommando (SanKdo) III unterstellt - im Einsatz dagegen dem Leiter KVK.

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Abstimmung mit der Politik wichtig

Die zivil-militärische Zusammenarbeit ist nicht immer frei von Reibungspunkten. Aus seiner dreijährigen Erfahrung heraus und angesichts der Schilderungen von Kameraden, die „scharfe“ Einsätze erlebt haben, ist Peters jedoch überzeugt: „Das klappt! Man braucht allerdings die persönlichen Kontakte und ein bisschen Verständnis von allen Seiten.“ Die Abstimmung mit dem Leiter des Krisenstabes, dem Landrat oder dem Oberbürgermeister sei wichtig, sagt auch OTL Udo Voß aus der Abteilung G3 des SanKdo III in Weißenfels, denn der Beauftragte SanStOffz sei „sowohl der Berater des Leiters des KVK als auch der Experte für sanitätsdienstliche Unterstützung im Krisenstab.“ Das KVK reagiert bei offiziellen Hilfeersuchen sofort. „Wir fordern über das SanKdo Fähigkeiten an, keine Personalstärken oder Materialausstattung“, betont Peters. Also nicht Hubschrauber oder Krankenwagen sind gefragt, sondern „luftbeweglicher Verletztentransport“ und „Erstversorgung Schwerverletzter“.

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Schwerlast Schnee

Auch bei Schneekatastrophen hilft die Bundeswehr (Quelle: Sanitätskommando IV)Größere Abbildung anzeigen

Reservisten unverzichtbar

Fachleute wie Peters sind in einem flächendeckenden Netz über Deutschland verteilt, wenngleich ihre Anzahl noch nicht der der KVK beziehungsweise der Krisenstäbe entspricht. Der Kommandeur des LKdo Brandenburg, Kapitän zur See Michael Setzer, stellt für seinen Bereich fest: „Die KVK in Brandenburg haben einen zunehmend guten Besetzungsgrad. Um weiterhin komplett zu werden, unterstützen wir das Sanitätskommando III in seinem Bestreben zur Gewinnung geeigneter Personen und setzen von unserer Seite alles daran, die vorhandenen noch besser in die KVK zu integrieren.“

Die BeaSanStOffzZMZGesWes stellen fast ausschließlich Reservisten, die sich neben ihren anspruchsvollen zivilen Jobs für ihre militärische Aufgabe engagieren. Sie beweisen einmal mehr, wie unverzichtbar Reservisten der Bundeswehr für die Einsatzfähigkeit der Streitkräfte sind.

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Stand vom: 02.12.13 | Autor: 


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