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Mine Awareness

Auf dem Balkan tobte in den Neunziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts ein Bürgerkrieg. Die Konfliktparteien setzten eine unbekannte Zahl von Minen ein. Häuser, Brücken, Straßen und Äcker verminten die Gegner gegenseitig. Eine Räumung aller Minenfelder wird noch Jahre in Anspruch nehmen.

Die Pioniere der Bundeswehr sind Experten im Umgang mit Explosivstoffen. In Feldkirchen klären sie die Kontingentteilnehmer während der Zusatzausbildung EAKK im ZEUS über die Gefahren von verschiedenen Minen, selbstgebastelten Bomben (IED) oder Blindgängern auf. Schließlich können noch heute diese höchstgefährlichen Objekte das Leben der Bundeswehrssoldaten im Einsatzland behindern oder beeinträchtigen. Und dies trotz intensiver Such- und Entschärfungsmaßnahmen in den Einsatzländern der Bundeswehr. Es bleibt immer ein Restrisiko.

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Erkennen und Dokumentieren von Minenfunden

Erkennen und Dokumentieren von Minenfunden (Quelle: Jan Pissarek, PIZ-Sanitätsdienst)Größere Abbildung anzeigen

Gefahren

Für den richtigen Umgang mit dieser Gefahr, sensibilisieren die Pioniere aus Brannenburg den auszubildenden Sanitätseinsatzverband im ZEUS. Der Grund: Minen und andere Explosivstoffe unterscheiden nicht zwischen Soldat und Zivilist oder Freund und Feind. An verschiedenen Stationen durchlaufen die Sanitäter einen Parcours. Hier lernen sie das Erkennen der gefährlichen Sprengkörper und deren Gefahrenpotential zu beurteilen. Dabei berücksichtigen die Pioniere in der Ausbildung, die im Einsatzland vorkommenden Minen und Explosivstoffe. Im ZEUS benutzen die Ausbilder dazu aber ungefährliche Attrappen. Das Wissen über die verschiedenen Explosivstoffe ist für ein sicheres Verhalten der Soldaten im Einsatz wichtig.

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Versteckte Explosionsladung unter einem Stuhl

Versteckte Explosionsladung unter einem Stuhl (Quelle: Jan Pissarek, PIZ-Sanitätsdienst)Größere Abbildung anzeigen

Verhaltenstraining

Es ist ein ständiges Verhaltenstraining im Stationskreislauf. Den Lehrgangsteilnehmern wird in der Ausbildung verdeutlicht, dass sie nicht in ein Gebäude oder auf unbekanntes Gelände gehen sollen, wenn es nicht unbedingt einen Anlass oder einen Auftrag dafür gibt. Zwei Szenarien des Stationskreislaufs thematisieren beispielsweise versteckte Ladungen in und um den Bereich eines Hauses sowie selbstgebastelte Bomben entlang eines Weges und einer Straße. Die Lehrgangsteilnehmer sehen in einem Übungshaus, wo Ladungen versteckt sein können oder lauern: Ob Türleiste oder die Unterseite eines Stuhles. Die Gefahr ist nicht immer offensichtlich. Dadurch schärfen die Sanitäter ihr Gefühl und ihr Auge für die Situation.

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Soldat beim der Erstversorgung eines Minenverletzten

Soldat beim der Erstversorgung eines Minenverletzten (Quelle: Jan Pissarek, PIZ Sanitätsdienst)Größere Abbildung anzeigen

Behandlung

Zusätzlich erhalten die Sanitäter Verhaltenssicherheit bei einem Minenunfall auf einer Wiese sowie beim Versorgen eines Verwundeten nach einem Anschlag. Bei beiden Szenarien trainieren die Lehrgangsteilnehmer ihre Eigensicherung, die Erstversorgung und das Retten eines Verwundeten unter schwierigen Verhältnissen. Die Ausbildungsgruppe stellt für beide Szenarien einen Arzttrupp, der mit Sicherungs- und Unterstützungskräften zusammenarbeitet. Gerade bei diesen Stationen kommt - neben der Sensibilisierung für Minen oder Bomben – aber noch der medizinische Aspekt hinzu. Arzt, Rettungsassistent und Sanitätssoldat sollen den Verwundeten bergen, stabilisieren und für den Transport in das Feldlazarett vorbereiten. Ein Stationsausbilder bewertet dabei die sanitätsdienstlichen Maßnahmen der Ausbildungsgruppe. Gleichzeitig üben sich die Sanitäter in der Anforderung und der Zusammenarbeit mit einem Bombenentschärfer-Team. In einem unbekannten Gelände sorgen gerade diese Spezialisten für die Eigensicherung des medizinischen Notfallpersonals. Nur nach der Freigabe des Geländeabschnitts durch die Pioniere können die Rettungskräfte zum Patienten vorgehen und behandeln.

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Stand vom: 02.12.13 | Autor: 


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