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Langzeitaufbewahrung und Auskunftserteilung: Fragen und Antworten

Die Archivhalle ist 3.500 Quadratmeter groß (Quelle: Sanitätsdienst Bundeswehr/ Seeliger/Matthias Seeliger)Größere Abbildung anzeigen

Welche Gesundheitsdaten werden aufbewahrt?

Das ärztlich geleitete Institut für Wehrmedizinalstatistik und Berichtswesen der Bundeswehr (WehrMedStatInstBw) in Andernach erfüllt zentral für den Sanitätsdienst der Bundeswehr die gesetzlich verankerte ärztliche Pflicht zur Dokumentation und Aufbewahrung medizinischer Befunde. Personalakten befinden hier sich nicht.

Aufbewahrt werden alle ärztlichen Aufzeichnungen, die während des Wehrdienstes entstehen, also angefangen von der Musterung oder Freiwilligenbewerbung über truppenärztliche und stationäre Behandlungen und Begutachtungen im In- und Ausland bis hin zur ärztlichen Abschlussbegutachtung vor der Entlassung aus der Bundeswehr.

Seit etwa 40 Jahren wird zunehmend nicht mehr in Papierform sondern auf Mikrorollfilm archiviert mit einer Kapazität von 10.000 Blatt pro Film. Im Bestand sind zurzeit etwa 55.000 Filme.

Die Gesundheitsunterlagen werden im Institut mikroverfilmt und in dieser platzsparenden Form für Soldatinnen und Soldaten bis zum Ablauf des fiktiven 90. Lebensjahres aufbewahrt. Ein elektronisches Fundstellenregister erlaubt den schnellen Zugriff auf die Dokumentation für über 6,5 Millionen ehemalige Soldatinnen/Soldaten und Wehrpflichtige. Das Suchkriterium ist dabei die Personenkennziffer (PK): „Der Computer weiß, an welcher Stelle welchen Filmes zu dieser PK etwas archiviert ist.”

Weitere rund 10 Millionen Akten liegen sortiert und deshalb rasch auffindbar in Papierform vor.

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Wie sicher sind die Daten?

Das Archiv ist entsprechend den gesetzlichen Vorgaben abgesichert in einer bewachten militärischen Liegenschaft untergebracht. Die analogen Archive (Papier und Mikrofilm) sind durch unterschiedliche organisatorisch-technische Maßnahmen gegen unberechtigten Zugriff gesichert.

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Mikrorollfilm

Mikrorollfilm (Quelle: Sanitätsdienst Bundeswehr / Seeliger)Größere Abbildung anzeigen

Wer darf auf die Daten zugreifen?

Aus den Gesundheitsunterlagen erteilt das Institut jährlich etwa 35.000 Auskünfte, überwiegend in Versorgungsangelegenheiten, zur Anerkennung von Wehrdienstbeschädigungen (WDB) und für Tauglichkeitsüberprüfungen.

Natürlich wird dabei auf die Einhaltung der gesetzlichen Bestimmungen zur ärztlichen Schweigepflicht besonders streng geachtet.

Rückvergrößerungen vom Mikrofilm oder Kopien von Papierdokumenten können auf Anforderung ehemaligen Soldatinnen und Soldaten selbst und mit dem ausdrücklich für den Einzelfall erklärten
Einverständnis auch anderen Personen und Einrichtungen sowie Ärzten zur Verfügung gestellt werden. Bedeutung hat dies vor allem für die erfolgversprechende Geltendmachung von Ansprüchen und die fachgerechte Weiterbehandlung länger bestehender Krankheiten.

Im Rahmen gesetzlicher Vorgaben (Wehrpflichtgesetz) hat die Wehrersatzbehörde Zugriff auf militärärztliche Begutachtungsunterlagen, nicht jedoch auf die Behandlungsdokumentation.

Auskünfte werden unentgeltlich und meistens innerhalb von 2 Wochen erteilt. Voraussetzung ist, dass die Personenkennziffer (PK) angegeben wird, die aus dem Geburtsdatum (6-stellig) dem Anfangsbuchstaben des Geburtsnamens und einer fünfstelligen Folgezahl besteht. Ist die PK nicht oder nicht mehr bekannt, sind zeitaufwändige und nicht immer zum Ziele führende Nachforschungen erforderlich.

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Was ist mit Anträgen auf Wehrdienstbeschädigung (WDB)?

Ein Antrag auf Anerkennung einer Gesundheitsstörung kann ohne Verjährungsfristen gestellt werden. Für aktive Soldatinnen und Soldaten wird das bundeswehrinterne Formblatt verwendet, ehemalige Soldatinnen und Soldaten stellen den Antrag beim regional zuständigen Versorgungsamt (oder „Amt für Soziales” usw., die Bezeichnungen sind unterschiedlich).

Mit dem Antrag wird auch die Einwilligung erteilt, dass die zuständige Behörde für die sachgerechte Bearbeitung des Antrages notwendige Gesundheitsunterlagen anfordern darf. Das Institut ist dabei für die Bereitstellung dieser Gesundheitsdokumentation zuständig, nicht aber für das eigentliche WDB-Verfahren.

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Stand vom: 02.12.13 | Autor: 


http://www.sanitaetsdienst-bundeswehr.de/portal/poc/sanitaetsdienst?uri=ci%3Abw.zsan.ueberuns.institut&de.conet.contentintegrator.portlet.current.id=01DB080000000001%7C8239T2554INFO