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Die Einsatzfahrt

Es gab einen Panzerfaust-Anschlag auf ein CIMIC-Fahrzeug in der Nähe einer kleinen Ortschaft namens Poklek im Einsatzland. Zwei Bundeswehrsoldaten sowie eine unbekannte Zahl von Zivilsten sind verletzt – die Quick Reaction Force (QRF) im Feldlager des Einsatzkontingents wird alarmiert.

Die schnelle Eingreifgruppe besteht aus Sicherungselementen, Feldjägern, Pionieren und einem Beweglichen Arzttrupp (BAT). In diesem Szenario stellen Panzeraufklärer mit drei Spähfahrzeugen vom Typ "Luchs" die Sicherungskomponente. Nach der Alarmierung sammelt der Aufklärungszugführer im deutschen Lager seine Unterstützungskräfte. Eine kurze Lageinfo an die beteiligten Soldaten aller Waffengattungen, ein Marschbefehl, Motoren starten und schon rückt die Fahrzeugkolonne zur Unglücksstelle aus.

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Panzeraufklärer mit dem Spähfahrzeug vom Typ "Luchs" beim sichern der Unfallstelle

Panzeraufklärer mit dem Spähfahrzeug vom Typ "Luchs" beim sichern der Unfallstelle (Quelle: PIZ Sanitätsdienst)Größere Abbildung anzeigen

Am Anschlagsort

Die Eingreifgruppe erreicht den Anschlagsort. Kurzer Beobachtungshalt durch die Panzeraufklärer vor der Ortschaft Poklek. Das CIMIC-Fahrzeug steht auf einer Wiese. Hinten links hat das Auto einen Einschuss. Es sind keine feindlichen Kräfte für die Aufklärer erkennbar. Die drei "Luchse" umstellen das Einsatzgebiet, so dass sie die anderen Elemente sichern und überwachen können. Am Anschlagsort versuchen die Feldjäger, Pioniere und Sanitäter sofort ihre Arbeit aufzunehmen. Einheimische bedrängen die Sanitäter des Beweglichen Arzttrupps. Sie wollen die Helfer zu ihren zwei leicht verletzten Mitbürgern ziehen. Eine Gruppe Panzeraufklärer eilen herbei und entspannen die Situation. Sie sorgen für Ruhe.

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An die Arbeit

Die Pionierkräfte geben währenddessen die Unfallstelle frei. Es gibt keine Minen oder sonstige Explosivstoffe am Fahrzeug. Der BAT-Trupp nimmt eine erste Sichtung der Verletzten vor. Sie leiten notfallmedizinische Maßnahmen ein und holen die Insassen aus dem Fahrzeug. Zwischendurch sprechen sich die verschiedenen Waffengattungen immer wieder ab. Über die Einsatzzentrale fordert der QRF-Zugführer weitere Sanitätskräfte an, um auch die Einheimischen adäquat versorgen zu können. Ziel bei der Station "Einsatz QRF" ist es, das Systemverständnis der Sanitäter für die anderen beteiligten Kräfte zu schaffen – ohne dabei den sanitätsdienstlichen Auftrag zu vernachlässigen.

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Stabsfeldwebel Günther Kuchler weist die Lehrgangsteilnehmer in die Lage der Einsatzfahrt am Sandkasten ein

Stabsfeldwebel Günther Kuchler weist die Lehrgangsteilnehmer in die Lage der Einsatzfahrt am Sandkasten ein (Quelle: Jan Pissarek, PIZ-Sanitätsdienst)Größere Abbildung anzeigen

Sandkasten

Vor dem praktischen Einsatz der "QRF" gab es für die Kontingentteilnehmer eine Sandkastenausbildung durch den Stationsausbilder. In dieser Ausbildung spielten die Lehrgangsteilnehmer die Ausbildung mit Miniaturfahrzeugen durch, gaben Befehle und Lageorientierungen und besprachen ihre Maßnahmen am Unglücksort.

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Lehrgangsteilnehmer beim Bergen von Verwundeten, aus einem Transpotbus nach einem Verkehrsunfall

Lehrgangsteilnehmer beim Bergen von Verwundeten, aus einem Transpotbus nach einem Verkehrsunfall (Quelle: Jan Pissarek, PIZ-Sanitätsdienst)Größere Abbildung anzeigen

Zwei Szenarien in Einem

In einer weiteren Ausbildung des Stationskreislaufs gibt es zwei Szenarien für die Lehrgangsteilnehmer zu bestehen. Ein Beweglicher Arzttrupp fährt wieder zu einem Unfall. Der Unterschied hier: Es geht ohne Sicherungskräfte zum Ort des Geschehens. Es handelt sich um einen einfachen Verkehrsunfall. Auf dem Weg zum Einsatzort steht auf einmal der Sanitätskraftwagen. Es geht nicht mehr vorwärts. Drei Holzfäller arbeiten auf der Straße. Sie hacken Feuerholz und ein großer Baumstamm liegt quer auf der Fahrbahn. Ein Lehrgangsteilnehmer ist schnell bei den drei Männern und erklärt ihnen die Notfallsituation. Dabei bleibt der Auszubildende stets freundlich, aber auch bestimmt in der Sache. Die Holzfäller erzählen etwas von wichtiger Tätigkeit und geben den Weg nicht frei.

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Gruppenführer der Sanitätseinsatzfahrt versucht mit dem einheimischen Holzfäller zu Verhandeln damit dieser den Weg für die Einsatzfahrt frei gibt

Gruppenführer der Sanitätseinsatzfahrt versucht mit dem einheimischen Holzfäller zu Verhandeln damit dieser den Weg für die Einsatzfahrt frei gibt (Quelle: Jan Pissarek, PIZ-Sanitätsdienst)Größere Abbildung anzeigen

Geschick

Doch der Sanitäter versteht es geschickt immer wieder die medizinische Hilfe anzusprechen und deren Nutzen für die gesamte Bevölkerung. Die geschickte Verhandlungsführung ist erfolgreich. Holzfäller und Sanitäter packen gemeinsam an. Der Baumstamm ist von der Straße. Der Weg zum Unfallort frei. "Besatzer-Auftreten wäre das falsche Mittel gewesen", erklärt der Stationsausbilder. Der BAT erreicht den Unfallort. Die Sanitäter verschaffen sich schnell einen Überblick. Sie sichern die Unfallstelle, löschen einen Brand und fordern weitere Unterstützung an. Dann gehen sie zur Erstversorgung der Verletzten über.

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Medical Evacuation

Die Station "MedEvac" bereitet die Lehrgangsteilnehmer auf einen möglichen Hubschraubereinsatz im kommenden Einsatz vor. Die Soldaten lernen in der Zusatzausbildung EAKK die richtigen Verhaltensweisen vor, während und nach einem Lufttransport. Dazu bildet ein Luftrettungsmeister die Ausbildungsgruppen in Feldkirchen an einer Hubschrauberattrappe aus. Die Sanitäter lernen unter Anleitung das korrekte und risikolose annähern an die Hubschrauberzelle. Aber auch das Be- und Entladen eines Verwundeten stehen in der praktischen Unterrichtseinheit auf dem Plan. Zusätzlich zeigt der Ausbilder den Sanitätern, wo sich das medizinische Gerät auf dem Rettungshubschrauber befindet. Ein Hinweis: "MedEvac" steht für "Medical Evacuation" und heißt übersetzt "medizinische Evakuierung."

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Stand vom: 02.12.13 | Autor: 


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