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Unter dem Mikroskop

Hamburg, 01.06.2007.
Ein sorgfältiger Blick ist wichtig: Ob Schlafkrankheit, Malariaerreger oder gefährliche Amöben aus den Tropen – für die Erkennung unter dem Mikroskop sind geübte Augen gefragt. Und in Übung sind Hauptfeldwebel Madeleine Klahn und Oberfeldwebel Simone Priesnitz. Beide sind ausgebildete Medizinisch-technische Assistentinnen - kurz MTA – im Fachbereich Tropenmedizin des Bundeswehrkrankenhauses Hamburg am Bernhard-Nocht-Institut (BNI).

Mikroskopieren

Mikroskopieren (Quelle: Bundeswehr / Sanitätsdienst (Thorsten Burger))Größere Abbildung anzeigen

Unsichtbare Feinde bedürfen besonderer Vorbereitung: "Vor dem Kongo-Einsatz haben wir monatelang von morgens bis abends im Bernhard-Nocht-Institut (BNI) Präparate mit tropischen Krankheitserregern durchgeschaut", sagt Oberfeldwebel Priesnitz. Sie gehört – genauso wie ihre Kameradin Madeleine Klahn - zu den ersten zertifizierten Medizinisch-technischen Assistentinnen des Sanitätsdienstes im Hinblick auf die Diagnose von Tropenkrankheiten unter dem Mikroskop.

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Schnelltest für Malaria

Schnelltest für Malaria (Quelle: Bundeswehr / Sanitätsdienst (Thorsten Burger))Größere Abbildung anzeigen

Krankheitserreger

"Parasitologie schneidet man in der Ausbildung zur MTA nur an", sagt Priesnitz. "Während meiner dreijährigen Ausbildung zur MTA hatte ich ungefähr zwanzig Stunden Parasitologie. Da kann man auf die Dauer schon etwas vergessen", bestätigt Klahn. Gerade deshalb hatten sich die Sanitäterinnen vor ihrem Einsatz intensiver mit dem Nachweis von tropischen Krankheitserregern auseinandergesetzt.

Ihr Analyse-Wissen demonstrierten sie bei einer zivil anerkannten Prüfung im Bernhard-Nocht-Institut. Die Soldatinnen profitierten von der zivil-militärischen Kooperation in der Hansestadt "Das BNI ist das tropenmedizinische Kompetenzzentrum. Hier konnten wir eine große Anzahl von Proben verschiedener Tropenerkrankungen untersuchen, auswerten und lernen", erklärt die 27-Jährige Priesnitz.

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Kongo

"Mit unserem Labor-Zelt waren wir innerhalb von zwei Tagen in Kinshasa einsatzbereit", blickt Priesnitz auf das vergangene Jahr zurück. Bis auf das feuchte Klima und die hohen Temperaturen um die 40 Grad war der Auftrag der beiden Soldatinnen vergleichbar, mit dem in der Heimat. "Das Aufbereiten und Erstellen von Blutbefunden, das Identifizieren von Viren oder Bakterien sowie das Diagnostizieren von Erkrankungen", beschreibt Hauptfeldwebel Klahn das Tätigkeitsfeld einer MTA.

"An unserem Arbeitsplatz geht es hauptsächlich um Labortechnik. Wir verwenden im Einsatz die gleichen Geräte wie in Deutschland", berichtet Priesnitz weiter. Beim Auswerten der Blutausstriche und Stuhlproben stehen Bundeswehr-Tropenmediziner zusätzlich mit ihrem Fachwissen zur Seite der Medizinisch-technischen Assistentinnen.

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Dokumentation im Labor

Dokumentation im Labor (Quelle: Bundeswehr / Sanitätsdienst (Thorsten Burger))Größere Abbildung anzeigen

Institutarbeit

In Deutschland tauschen die beiden Feldwebel-Dienstgrade die Flecktarnuniform gegen den weißen Labor-Kittel. Im Fachbereich arbeiten sie gemeinsam mit den Zivilangestellten des Hauses in den klinischen Labors. Zusammen untersuchen sie Proben von zivilen Patienten und Bundeswehrangehörigen auf mögliche Tropenkrankheiten. Doch nicht nur präzise Arbeit am Mikroskop ist bei den jungen Frauen gefragt.

Mit Hilfe komplizierter und hochsensibler elektronischer Messverfahren und Geräte gehen sie krankmachender Bakterien und Viren auf die Spur. "Anhand eines Analyse-Gerätes versuchen wir Krankheitserreger ausfindig zu machen. Das Gerät sucht in aufbereiteten Proben nach deren Erbgutmaterial in aufbereiteten Verfahren. Schließlich könnte dem menschlichen Auge auch mal etwas entgehen", erklärt Oberfeldwebel Preisnitz.

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Analyse-Gerät im BNI

Analyse-Gerät im BNI (Quelle: Bundeswehr / Sanitätsdienst (Thorsten Burger))Größere Abbildung anzeigen

Unterschiedlicher Einstieg

Für ihren Beruf brachten die jungen Frauen naturwissenschaftliches Interesse mit. "An der Medizin war ich schon immer interessiert", sagt Hauptfeldwebel Klahn. Sie ist seit 1997 beim Sanitätsdienst der Bundeswehr. Zwei Jahre nach dem Eintritt in die Streitkräfte begann sie die dreijährige Ausbildung zur MTA. Bundesweit war sie an fünf verschiedenen Standorten eingesetzt. Mit der Bundeswehr war sie dreimal im Auslandseinsatz Oberfeldwebel Simone Priesnitz dagegen kam 2002 als ausgebildete MTA zum Sanitätsdienst.

"Ich habe zivil MTA gelernt und bin über die Grundausbildung beim Kommando Schnelle Einsatzkräfte in Leer, einer Verwendung im Sanitätszentrum in Köln nach Hamburg gekommen."Die Kongo-Mission war ihr fünfter Einsatz. Ihre nächste Auslandsdienstreise wird sie im Herbst nach Ghana führen. Dort wird sie mit einem Sanitätsoffizier an der Außenstelle des BNI ein hochsensibles Gerät auf seine Tropentauglichkeit austesten. "Wir wollen sehen, ob die Diagnostik-Ausrüstung feldtauglich ist und unter Einsatzbedingungen funktioniert."

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Stand vom: 02.12.13 | Autor: 


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