Startseite Bundeswehr

Sie sind hier: Startseite > Über uns > Auftrag des Sanitätsdienstes > Einsatzausbildung > C-Szenario: Senfgas in einem Dorf

C-Szenario: Senfgas in einem geheimen Labor

Suffield, 29.07.2009.
Das wissenschaftliche Kompetenzzentrum der Bundeswehr für alle Fragen des Medizinischen Schutzes vor chemischen Kampfstoffen ist das Institut für Pharmakologie und Toxikologie der Bundeswehr. Als Teil der Task Force Medizinischer ABC-Schutz ging es für das Expertenteam auf der NATO-Übung Precise Response unter anderem in ein fiktives Dorf.

Chemische Kampfstoffe sind in vielen Ländern der Erde vorhanden. So wurden sie z.B. im ersten Golfkrieg massiv eingesetzt. Aber auch Terroristen schrecken vor ihrem Einsatz nicht zurück, wie der Sarin-Anschlag mit zwölf Toten und hunderten Verletzten einer japanischen Sekte auf die Tokioter U-Bahn 1995 zeigt.

nach oben

Deutsche und Franzosen untersuchen gemeinsam das Labor

Gemeinsamer Einsatz (Quelle: DRDC Suffield / Franz)Größere Abbildung anzeigen

Geheimes Chemielabor

In einem Dorf wird ein geheimes Chemielabor entdeckt. Da eine vermutlich kontaminierte Person sich darin befindet, wird die Task Force Medizinischer ABC-Schutz eingesetzt. Ein französisches SIBCRA (Sampling and Identification of Biological, Chemical and Radiological and Agents) – Team ist ebenfalls vor Ort, um Ermittlungen vorzunehmen und Beweise zu sichern.

Die betroffene Person ist ansprechbar und wurde mit einer unbekannten chemischen Flüssigkeit am Körper bespritzt. Der leitende Arzt und sein Assistent vermuten, dass es sich dabei um flüssiges Senfgas (S-Lost) handelt, einem tödlichen Hautkampfstoff, auf das manchmal erst nach Stunden die ersten Symptome erkennbar werden.

nach oben

Deutscher Soldat im Schutzanzug nimmt Schnelltest

Ein Schnelltest für Senfgas (Quelle: DRDC Suffield / Franz)Größere Abbildung anzeigen

Schnelltest

Die C-Spezialisten des Sanitätsdienstes wenden einen Schnelltest für Senfgas an. Dieser funktioniert ähnlich wie ein handelsüblicher Schwangerschaftsschnelltest. Das Ergebnis bestätigt den Verdacht: Es handelt sich um Senfgas.

Nun gilt es, schnell zu handeln. Sie wischen der Person die Flüssigkeit mit Hilfe eines Dekontaminationskits oberflächlich ab. Der Verwundete muss schnell zur Verwundetendekontamination und dann in ein Lazarett, um dem Gift entgegen zu wirken.

nach oben

Eine Puppe wird dekontaminiert

Dekontamination eines Verwundeten (Quelle: Sanitätsdienst Bundeswehr / Seeliger)Größere Abbildung anzeigen

Verwundetendekontamination

Die Sanitätsgruppe ABC der Task Force übernimmt an der Dekontaminationsschleuse den Verwundeten. Im Rahmen der Verwundetendekontamination wird zuerst die kontaminierte Kleidung entfernt. Danach wird der Verletzte vorsichtig mit Dekontaminationsflüssigkeit abgewaschen. Anschließend wird der Patient zur weiteren Behandlung an einen Arzt übergeben.

nach oben


FußFzeile

nach oben

Stand vom: 02.12.13 | Autor: 


http://www.sanitaetsdienst-bundeswehr.de/portal/poc/sanitaetsdienst?uri=ci%3Abw.zsan.ueberuns.auftrag.einsausb&de.conet.contentintegrator.portlet.current.id=01DB080000000001%7C7UEFRK101INFO