Startseite Bundeswehr

Sie sind hier: Startseite > Service > Nachrichten > Erzähl' mir Deine Geschichte... Stabsfeldwebel Solveig Moschkau

Erzähl' mir Deine Geschichte... Stabsfeldwebel Solveig Moschkau

Ulm, 01.02.2016.
Stabsfeldwebel Solveig Moschkau (47) ist seit fast einem Jahr im Bundeswehrkrankenhaus Ulm auf der Station für Unfallchirurgie und Orthopädie eingesetzt. Die Thüringerin stammt aus Mühlhausen bei Erfurt und hat drei Jahre lang die Ausbildung zur Krankenschwester in ihrer Heimatstadt absolviert und mit Examen abgeschlossen. Mittlerweile kann sie auf mehr als 25 Jahre Berufserfahrung in verschiedenen Kliniken zurückblicken.

Die tägliche Durchsicht der Patientenakten ist unerlässlich (Quelle: Sanitätsdienst Bundeswehr / Singer)Größere Abbildung anzeigen

Dass ich mal zur Bundeswehr gehen würde, und das freiwillig, hätte ich mir bis vor Kurzem nicht denken können. Aber es ist so gut, ich würde es wieder machen. Dabei war der Zugang zum Militär in meiner Familie naheliegend. Mein Onkel war in der Nationalen Volksarmee (NVA) aktiv, mein Bruder lange Jahre als Zeitsoldat bei der Bundeswehr.

Sich selbst etwas beweisen

Im Frühjahr 2014 bin ich ins Karrierecenter Bayreuth gegangen, habe mich vorgestellt und gefragt, was denn möglich sei. Mein Sohn ist mittlerweile erwachsen genug, den kann ich alleine lassen. Das macht die Trennung von ihm halbwegs erträglich. Meine Eltern und Geschwister leben noch in Thüringen. Ich besuche sie alle sechs bis acht Wochen. Meine Eltern sind stolz auf mich, weil ich nicht resigniert habe, sondern eine neue Aufgabe angehe. Ich wollte noch mal was anderes machen, meine Unabhängigkeit ausnutzen. Mir selbst etwas beweisen und zeigen, dass Frauen auch in meinem Alter noch was draufhaben und Leistung bringen können. Gerade bei der Bundeswehr.

Stabsfeldwebel Moschkau bei der Medikamentenausgabe (Quelle: Sanitätsdienst Bundeswehr / Singer)Größere Abbildung anzeigen

Es war schon eine Umstellung

Der Einstellungstest in München war insgesamt gut. Und ich bekam eine Einstellungsprämie, mit der ich gar nicht gerechnet hatte. Dann lief alles ganz flott: Im März das Karrierecenter, der Test im Mai und die acht Wochen Grundausbildung in Kempten ab Oktober. Den Frühsport und die Bergwanderungen, Biwak und Leistungsmarsch werde ich nie mehr vergessen. Ebenso wie die Wochen mit sechs, sieben anderen Frauen auf einer Stube zu leben und die Gemeinschaftsduschen zu ertragen - vom Essen in der Truppenküche in Kempten ganz zu schweigen. Ich war froh, als es endlich nach Ulm ging, ins Bundeswehrkrankenhaus. Hier ist mächtig was los, ein Riesenhaus mit sehr viel Personal. Der Kontakt untereinander, zu den Kameraden und Kameradinnen, sowie den Kolleginnen ist echt gut. Dass ich als Stabsfeldwebel besser verdiene als in einem zivilen Krankenhaus, möchte ich nicht verschweigen - und dass es in meinem Umfeld selbstverständlich auch schon mal kritische Stimmen gibt, die Seiteneinsteiger wie mich zuallererst als Karriere-Hindernis sehen.

Auch unangenehme Dinge angehen

Mir ist bewusst, dass jederzeit ein Auslandseinsatz für mich anstehen kann. Aber das ist kein Problem. Ich sehe das als Teil meiner Aufgabe, mich im neuen Job durchzusetzen. Außerdem bin ich ja nicht alleine, sondern Teil eines Teams. Und mit meinen Kameradinnen und Kameraden werde ich im Ausland meine Aufgaben und Aufträge genauso erfüllen, wie ich das hier in Ulm mache. Dabei erwarte ich von allen Mitgliedern meines Teams, dass ebenso unangenehme Aufgaben gerecht aufgeteilt werden. Dann schreckt mich auch eine an sich riskante Mission nicht. Den höheren Dienstgrad als Stabsfeldwebel bekam ich nicht geschenkt. Ich muss mich Tag für Tag beweisen und allen zeigen - Ärzten, Mitarbeitern, wie auch Patienten, dass ich diese Position dank meiner Qualifikationen und Leistungen auch verdiene. Und weil ich von meiner Eignung überzeugt bin, denke ich gerade über eine Verlängerung meines Vertrages nach. Mal sehen.


FußFzeile

nach oben

Stand vom: 29.06.16 | Autor: Herbert Singer


http://www.sanitaetsdienst-bundeswehr.de/portal/poc/sanitaetsdienst?uri=ci%3Abw.zsan.service.nachricht&de.conet.contentintegrator.portlet.current.id=01DB080000000001%7CA58BGR288DIBR