Startseite Bundeswehr

Sie sind hier: Startseite > Medizin und Gesundheit > Forschung > I. Klinische Medizin > Psychiatrie und Neurologie

Psychiatrie und Neurologie


Prävalenz und Inzidenz von traumatischen Ereignissen, posttraumatischen Belastungsstörungen (PTBS) und anderen psychischen Störungen bei Soldaten mit und ohne Auslandseinsatz

Aus einer großen Anzahl von älteren und jüngeren Untersuchungen, Consensus-statements und Metaanalysen im In- und Ausland ist der Zusammenhang zwischen belastenden, „stressreichen“ Ereignissen sowie von als „traumatisch“ erlebten Ereignissen mit dem Auftreten einer posttraumatischen Belastungsreaktion, akuten Stressstörungen aber auch – wenn auch weniger gut untersucht – einer Reihe von anderen psychischen Störungen vor allem für den militärischen Bereich gut etabliert. Die Wahrscheinlichkeit derartiger Komplikationen psychischer Art ist allerdings höchst variabel.
Folgende Fragestellungsgruppen sollen mittels epidemiologischer, klinisch-psychologischer und psychiatrischer Methoden bearbeitet werden:
(1) Wie häufig sind „traumatische“ Ereignisse, akute Stress- und posttraumatische Belastungsstörungen (PTBS) sowie andere Formen psychischer Störungen bei Soldat/innen mit und ohne Auslandseinsätze? (2) Welche geschlechts- und altersspezifischen Unterschiede ergeben sich hinsichtlich aufgabenbezogener Funktionsbereiche (z. B. Kampfeinsatz, Leitung, Logistik, Sanitätsdienst)? (3) Ist die alters- und geschlechtsbezogene Prävalenz (Krankheitshäufigkeit) bei Soldaten und Soldatinnen höher als in der deutschen Durchschnittsbevölkerung? (4) Welche distalen (=frühen) und proximalen (=näher am Ereignis liegenden) Anfälligkeits- und Risikofaktoren sind mit der Entwicklung von traumabezogenen Störungen assoziiert? (5) Wie ist das Hilfesuch- und Inanspruchnahmeverhalten Betroffener? (6) Ist die Inzidenz (Anzahl der Neuerkrankungen) traumatischer Ereignisse und psychischer Störungen nach dem Einsatz erhöht? (7) Welche Ereignisse und peritraumatischen Faktoren (Art, Intensität, Umstände des Ereignisses) sind damit assoziiert? (8) Welche intra-, interpsychischen und psychobiologischen Merkmale beeinflussen (Risikofaktoren) oder moderieren (Moderatoren, Mediatoren) die (Übergangs-) Wahrscheinlichkeit, Ereignisse traumatisch zu verarbeiten, bzw. eine PTBS bzw. Angststörungen, Depression, Substanzstörungen oder andere psychische Syndrome zu entwickeln bzw. vorbestehende Störungen zu aggravieren? (9) Welche Faktoren des unmittelbaren Hilfesuch- und Inanspruchnahmeverhaltens verringern die Wahrscheinlichkeit des Übergangs zu psychischen Störungen?

nach oben

Untersuchung zu physiologischen, testpsychologischen und epigenetischen Parametern bei Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr mit einsatz- und nicht-einsatzbedingten psychischen Belastungen und Erkrankungen

Bislang liegen im militärischen Kontext nur wenige Erkenntnisse über physiologische Veränderungen bei Soldaten unter verschiedenen Formen chronischer Stressbelastung, insbesondere durch Auslandseinsätze, vor. Erkenntnisse dazu könnten zu Verbesserungen in den Bereichen Prävention und Therapie einsatzbedingter psychischer Störungen führen.
Die Studie soll zum einen Hypothesen generieren, inwieweit sich einsatzbelastete und nicht-einsatzbelastete Soldatinnen und Soldaten im Hinblick auf verschiedene physiologische, hirnphysiologische, hormonale, neurohormonale und epigenetische Marker unterscheiden und ob diese Verfahren für Früherkennung und Prävention einsatzbedingter psychischer Erkrankungen geeignet erscheinen. Zum zweiten sollen Veränderungen dieser Parameter nach einer abgeschlossenen Traumatherapie bestimmt werden, um deren Eignung als Verlaufsparameter in der Behandlung psychischer Störungen von Soldaten zu untersuchen.

nach oben


FußFzeile

nach oben

Stand vom: 02.12.13


http://www.sanitaetsdienst-bundeswehr.de/portal/poc/sanitaetsdienst?uri=ci%3Abw.zsan.medizin.forschung.klinisch&de.conet.contentintegrator.portlet.current.id=01DB080000000001%7C789E5Y208INFO