Startseite Bundeswehr

Sie sind hier: Startseite > Service > Nachrichten > Neue Ideen bei der PTBS-Forschung

Neue Ideen bei der PTBS-Forschung

Berlin, 16.02.2016.
Neue Wege bei der Diagnose und Therapie geht eine Arbeitsgruppe des Berliner Psychotraumazentrums unter Leitung von Oberstarzt Dr. Gerd Willmund mit dem Projekt einer App für das Smartphone der Soldaten. Der „PTBS-Coach“ soll erste Hilfe und Wegweiser bei psychischen Einsatzfolgestörungen bieten.

Eine App für das Smartphone

Eine App für das Smartphone (Quelle: Sanitätsdienst Bundeswehr/Herbert Singer)Größere Abbildung anzeigen

Gerade in den ersten zwölf Monaten nach dem Auftreten von Problemen, haben psychisch erkrankte Menschen Vorbehalte sich psychiatrische oder psychotherapeutische Hilfe zu holen. Die Schwelle, sich in eine psychiatrische Behandlung zu begeben, scheint für auch für Soldatinnen und Soldaten eine echte Hürde zu sein. Ängste bestehen unter anderem dadurch, dass eine Dienstzeitverlängerung oder die Übernahme zum Berufssoldaten durch eine Inanspruchnahme von Hilfe gefährdet sein könnte. Obwohl in den letzten Jahren das psychosoziale Versorgungssystem in der Bundeswehr stetig ausgebaut wurde, existiert bei den Betroffenen eine Art mentale Schwelle.

Hemmschwelle

Gerade zeitnahe Unterstützung und ein früher Behandlungsbeginn sind für den Therapieerfolg aber von großer Bedeutung. Daher sind die Ärzte des Berliner Psychotraumazentrums stets an neuen Maßnahmen und innovativen Angeboten interessiert, um diese mentale Hürde bei ihren Patienten abzusenken und zu überwinden.

Entwicklungsarbeiten für den PTBS-Coach

Entwicklungsarbeiten für den PTBS-Coach (Quelle: Sanitätsdienst Bundeswehr/Herbert Singer)Größere Abbildung anzeigen

Psychotraumazentrum

Eine Arbeitsgruppe des Fachbereichs Informatik der Universität der Bundeswehr München konzipiert dazu in Zusammenarbeit mit der Technischen Universität Dresden und einer multidisziplinären Arbeitsgruppe des Psychotraumazentrums des Bundeswehrkrankenhauses Berlin eine Smartphone-App, den „PTBS-Coach“. Angelehnt an die amerikanische App „PTSD-Coach“ wurden Inhalte für die deutschen Streitkräfte übernommen und angepasst. Eine Phase zur Usability-Prüfung, der Benutzerfreundlichkeit dieser Anwendung, wird im Frühjahr 2016 stattfinden.

Im Anschluss an die Usability-Prüfung ist eine Evaluation vorgesehen, doch lassen erste Erfahrungen in USA, Australien, Kanada und den Niederlande hoffen, dass das Inanspruchnahme-Verhalten durch dieses Angebot gestärkt wird. Die App „PTBS-Coach“ ist als ein erstes, niedrigschwelliges Kontaktangebot für Betroffene und Angehörige gedacht. Neben erklärenden Elementen, die erste Informationen vermitteln, sind auch Therapiemodule wie „Atementspannung“ und ein Modul für ein besseres Schlafverhalten vorgesehen.

Oberstarzt Dr Willmund will mentale Hürden bei den Betroffenen überwinden

Oberstarzt Dr Willmund will mentale Hürden bei den Betroffenen überwinden (Quelle: Sanitätsdienst Bundeswehr/Herbert Singer)Größere Abbildung anzeigen

Neue Wege gehen

Dabei ist der „PTBS-Coach“ nur ein Angebot, um den Bedürfnissen der psychisch kranken Kameradinnen und Kameraden gerecht werden zu können. Es gilt, das therapeutische Angebot beständig weiter zu entwickeln und auch neue Wege zu gehen, um mehr Soldaten in eine Behandlungssituation zu bekommen.

„Entstigmatisierung psychischer Krankheiten wird in den nächsten Jahren auch in der Bundeswehr ein wichtiger Schlüssel sein, um die Behandlungsquote psychisch erkrankter Soldaten zu erhöhen. Dafür müssen Ängste abgebaut werden“, so Oberstarzt Dr. Gerd Willmund. Daher bemühe sich das Projektteam, die App noch in diesem Jahr den Soldaten, Veteranen und Angehörigen kostenfrei zur Verfügung stellen zu können.


FußFzeile

nach oben

Stand vom: 17.02.16 | Autor: Dr. Gerd Willmund / Herbert Singer


http://www.sanitaetsdienst-bundeswehr.de/portal/poc/sanitaetsdienst?uri=ci%3Abw.zsan.service.nachricht&de.conet.contentintegrator.portlet.current.id=01DB080000000001%7CA77C87833DIBR