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Meine Grundausbildung - Ein persönlicher Erfahrungsbericht

Feldkirchen, 06.09.2007.
In den ersten Tagen der Grundausbildung dachte ich mir: "Wo bin ich denn hier gelandet?" Jeden Morgen mussten wir um 6 Uhr rasiert, mit sauberen Stiefeln und korrekter Uniform vor den Stuben antreten. Die totale Umstellung vom zivilen ins militärische Leben hatte begonnen.

Die ersten Wochen als Rekrut waren durchgehend stressig. Wir hatten fast immer bis 20:00 Uhr Dienst. Wir erhielten unsere komplette Ausrüstung, wurden in grundlegende Dinge wie Rechte und Pflichten des Soldaten oder das Kasernengelände eingewiesen. Tagtäglich schrie jemand: "Zweiter Zug Türen auf!"

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Getarnter Rekrut hört den Anweisungen seines Gruppenführers zu

Getarnter Rekrut (Quelle: Bundeswehr (Norman Klem))Größere Abbildung anzeigen

Neue Herausforderungen

Drillähnliches herstellen oder abstellen der Einsatzbereitschaft mit Koppel und Rucksack standen fast täglich auf dem Dienstplan. Die erste Zeit war echt eine totale Umstellung zum zivilen Leben. Aber im Laufe der ersten Wochen hatte ich mich eingelebt. Ich lernte allmählich meine Stubenkameraden genauer kennen und wir hatten viel Spaß miteinander.

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Ausbilder

Unser Ausbilder war echt klasse, er wusste gleich vom ersten Tag an fast alle unsere Namen auswendig. Er baute sehr schnell zu fast jeden Rekruten eine kleine Freundschaft auf. Den Umgang mit den Feuerwaffen lehrte er uns genauso wie das Verhalten auf freiem Feld in der Gruppe. Wir durften zum Beispiel durch ein Tunnelrohr kriechen um einer Gefahr auszuweichen. Unser Ausbilder war hart aber auf seine Art lustig.

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Ein Rekrut sichert das Gelände

Ein Rekrut sichert das Gelände (Quelle: Bundeswehr (Norman Klem))Größere Abbildung anzeigen

Der grüne Teil der Ausbildung

Die Märsche waren teilweise sehr anstrengend. Ich blieb vor Blasen an den Füßen nicht verschohnt. Wir sind meistens von unserer Kaserne bis zu unserem Truppenübungsplatz hin und zurück marschiert. Einmal sind wir sogar mal um 4 Uhr morgens losmarschiert! Aber nach jedem Marsch war ich stolz auf mich und meine Leistung.

Das Schießen auf der Schießbahn mit dem Sturmgewehr G36 und der Pistole P8 hat mir gefallen. Leider mußten wir aus Sicherheitsgründen immer ewig warten bis wir schiessen durften. Der gesamte Zug wurde in Gruppen aufgeteilt. Diese Gruppen absolvierten dann Stück für Stück die ganze Übung.

In der Wachausbildung lernten wir zum Beispiel wie sich jeder Einzelne von uns als Wachposten zu verhalten hat und welche Gefahren auf einem Streifenweg lauern können. Wir haben uns durch etliche verschiedene nachgestellte Situationen schlagen müssen, die manchmal schwer zu meistern waren.

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Aufbau des Standortes

Aufbau des Standortes (Quelle: Bundeswehr (Norman Klem))Größere Abbildung anzeigen

Biwak

Das Biwak ging uns allen an die äußersten physischen Grenzen. Wir hatten aber trotzdem viel Spaß und lernten als Rekruten gebraucht zu werden. Unsere Einsatzgebiete waren: Schießanlage, Hawk-Stellung und der sogenannte Biwak-Wald. In diesen Einsatzgebieten hatten wir verschiedene Aufgaben wie zum Beispiel: Laufen der Streifengänge, Anwendung der Funktechnik, Schützengräben ausgraben und beziehen. Alles diente der Verteidigung und Sicherung unseres Standortes.

Das Schlimmste während der 3 Tage im Biwak waren die fehlenden Dusch- und Reinigungsmöglichkeiten. Außerdem kamen wir in der Nacht fast nicht zum schlafen weil entweder Fliegeralarm oder Streife schieben angesagt war.

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Gelöbnis

Wie jeder Rekrut war auch ich beim Gelöbnis dabei und es war erstaunlich zu sehen was die Bundeswehr aus uns gemacht hat. Bevor wir aber am Gelöbnis teilnehmen konnten, waren viele Stunden Formaldienst nötig. Wir lernten den Gleichschritt in der Gruppe aufzunehmen und zusätzlich verschiedene Befehle auszuführen wie zum Beispiel: Stillgestanden, Rührt euch, Rechts um!

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Rekruten versorgen einen Verletzten

Rekruten versorgen einen Verletzten (Quelle: Bundeswehr (Norman Klem))Größere Abbildung anzeigen

Der blaue Teil der Ausbildung

Die Ausbildung zum Rettungsassistenen im blauen Teil war sehr actionreich. Wir lernten nun alle Grundlagen des Sanitätsdienstes kennen. Unsere Aufgabe war es zum Beispiel Verletzte aus einem Keller zu bergen. Dichter Rauch kroch durch die kaum beleuchteten Räume und das Gebrüll der Verletzten sorgte für eine real wirkende Kulisse.

Selbst diese schwierige Bergung dieses Patienten wird von den Rekruten zügig gemeistert

Schwierige Bergung (Quelle: Bundeswehr (Norman Klem))Größere Abbildung anzeigen

Jeder von uns kam sich vor wie in einem realen Einsatz. Natürlich waren wir auch sehr oft im Unterrichtsraum und lernten hier die Theorie zum Beispiel der Ersten Hilfe, Instrumente und Geräte sowie Arzneimittel. Ich hatte nach dieser Ausbildung die notwendigen Maßnahmen zur Rettung eines verletzten Menschen gelernt. Diese Erfahrung wird mir auch außerhalb der Bundeswehr weiterhelfen.

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Fazit

Was mir an meiner Grundausbildung nicht so gut gefallen hat waren die unregelmäßigen und kurzen Essenszeiten. Der Dienstplan wurde sehr häufig verändert, sodass wir keine genaue Übersicht mehr hatten, was zutun ist und was als Nächstes kommt.

Meine Grundausbildung im Sanitätsdienst der Bundeswehr hat mir gefallen und ich werde sie sehr positiv in Erinnerung behalten.

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Stand vom: 02.12.13 | Autor: 


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