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Fit für den Ernstfall, der hoffentlich nicht eintritt

München, 06.12.2011.
Am Bundeswehrkrankenhaus Hamburg erhalten Rettungsmediziner in einem dreiwöchigen Lehrgang den letzten Schliff vor ihrem ISAF-Einsatz. Unter anderem üben sie an realistischen Puppen im Inneren eines simulierten Sanitätsfahrzeugs aus dem Einsatz, inklusive Gefechtslärm und taktischen Einlagen.

Oberfeldarzt Michael Braun ist Anästhesist und nimmt regelmäßig am Rettungsdienst in der Hansestadt teil. Allein im Jahr 2010 führten die Rettungsmittel des Bundeswehrkrankenhauses über 8.000 Einsätze durch.

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Oberfeldarzt Michael Braun

Oberfeldarzt Michael Braun (Quelle: Sanitätsdienst Bundeswehr/ Seeliger)Größere Abbildung anzeigen

Ein dreiwöchiger Lehrgang

Der Kampf um das Leben an der Unfallstelle ist für ihn alltäglich. In einem dreiwöchigen Lehrgang teilt er sein Wissen mit Bundeswehrärzten aus ganz Deutschland, die für den Beweglichen Arzttrupp (BAT) in Afghanistan vorgesehen sind und dort Patrouillen begleiten. „Sinn und Zweck des Lehrgangs ist die Handlungssicherheit der Ärzte zu erhöhen und so die Patientensicherheit zu verbessern“, so der Oberfeldarzt.

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Soldaten im Operationssaal

Übung im Operationssaal (Quelle: Sanitätsdienst Bundeswehr/ Seeliger)Größere Abbildung anzeigen

Verschiedene Szenarien

Dazu werden die vier bis fünf Ärzte pro Durchgang eine Woche lang morgens im Operationsbetrieb und im Anschluss im Simulationszentrum des Bundeswehrkrankenhauses ihre fachlichen Fähigkeiten verbessern.
Das Besondere dabei: „Wir versuchen hier möglichst realistische Szenarien zu bieten, die im deutschen Rettungsdienstalltag nicht üblich sind: Das fängt dabei an, dass der „Patient“ auch Uniform trägt, genauso wie die Ärzte. Das ist psychologisch wichtig.“

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Train as you fight

Um die räumliche Enge des geschützten Notarztwagens Yak, der in Afghanistan großteils genutzt wird, zu simulieren, hat der Schreiner des Krankenhauses eine Holzschale gezimmert, die die exakten Innenraummaße des Fahrzeugs hat. Mehrere Überwachungskameras, denen kein Handgriff entgeht, beobachten den Innenraum. Aus Lautsprechern dröhnt bei Bedarf Motorengeräusch und Gefechtslärm. „Die medizinische Ausstattung entspricht der Ausrüstung im Einsatz, gemäß dem Grundsatz: train as you fight“, so Braun.

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Ein Soldat übt an einer Simulationspuppe

Das Herzstück der Simulation: ein Patientensimulator (Quelle: Sanitätsdienst Bundeswehr/ Seeliger)Größere Abbildung anzeigen

Das Herzstück

Das Herzstück der Simulation ist jedoch ein Patientensimulator, ausgestattet mit modernster Technik. „Die Puppe ist mit einem Laptop verbunden. Wir können von da aus alle Vitalparameter, wie Herzschlag, Atmung und Blutdruck verstellen.“ Darüber hinaus lassen sich unzählige Szenarien, wie Amputationsverletzungen, Thoraxtraumata und verdeckte Schrapnell-Verletzungen darstellen. „Zusätzlich zu diesen Anforderungen können wir zur Steigerung der Komplexität dann noch taktische Lagen einspielen: Etwa, dass der Patrouillenführer Sofortinformationen zu den Verwundeten braucht.“

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Ein abschließendes Debriefing

Nach jedem Durchgang findet ein Debriefing statt, wo die Kameraaufnahmen und Verlaufsprotokolle des Simulationsprogramms ausgewertet werden. „Der Hauptlerneffekt kommt dann häufig hinterher, wenn die Lehrgangsteilnehmer sich in Ruhe die Aufnahmen anschauen: Wieso haben wir den Abfall des Blutdrucks nicht gemerkt? Warum haben wir vergessen das Trommelfell zu untersuchen? Und so weiter“.
Aber deswegen gäbe es ja den Lehrgang, weil so etwas im Einsatz dann nicht mehr passieren dürfe. Die anderen zwei Wochen des Lehrgangs begleiten die Ärzte scharfe Notarzteinsätze in Hamburg. „Puppen können die Arbeit mit echten Patienten eben nicht ersetzen.“, so der Oberfeldarzt.

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Stand vom: 02.12.13 | Autor: Matthias Seeliger


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