Kurz vor dem Einsatz
Leer, 26.02.2009.
Verteidigungsminister verabschiedet Sanitätssoldaten des Kommandos Schnelle Einsatzkräfte Sanitätsdienst "Ostfriesland" (Kommando SES) nach Afghanistan

Rund 80 Sanitäter sind mit einem Appell am Donnerstagnachmittag in der Von-Lettow-Vorbeck-Kaserne nach Afghanistan verabschiedet worden. Der Auftrag: Die sanitätsdienstliche Versorgung deutscher und multinationaler Kräfte im Rahmen der internationalen Schutztruppe in Afghanistan.
Auf die medizinische Versorgung kann man sich verlassen
Die Soldaten des Kommandos Schnelle Einsatzkräfte Sanitätsdienst seien für die Aufgabe qualifiziert und würden die optimale medizinische Versorgung sicherstellen, sagte Verteidigungsminister Dr. Franz Josef Jung. Er unterstrich, dass die Sanitäter sich intensiv auf ihre Aufgabe vorbereitet hätten. „Viele von ihnen verfügen bereits über Einsatzerfahrungen und einige werden zum wiederholten Mal nach Afghanistan gehen.“ Dass der Sanitätsdienst der Bundeswehr eine besonders wichtige Rolle spielt, machte der Minister in seiner Ansprache deutlich.„Auf die medizinische Versorgung unserer Soldaten im Einsatz ist verlass“, sagte er. Damit leiste der Sanitätsdienst einen unverzichtbaren Beitrag zur Motivation der Einsatzkontingente.
Sanitätsdienstliche Partner
Auf höchstem medizinischen Niveau möchte Oberstarzt Dr. Stephan Schoeps in Afghanistan versorgen. „Wir wollen während unseres Einsatzes verlässliche sanitätsdienstliche Partner für die Soldaten der ISAF sein“, erklärte der Kommandeur des Sanitätseinsatzverbandes für das 19. Deutsche Einsatzkontingent ISAF. „Wir haben uns monatelang auf den Einsatz vorbereitet. Haben uns bei Wind und Wetter allen Herausforderungen der hierfür vorgesehenen Ausbildung gestellt“, betonte Schoeps in seiner Ansprache. Er sei froh, dass es gelungen sei, die sanitätsdienstliche Kernmannschaft des Kontingentes aus dem Kommando SES zu stellen. Oberstarzt Dr. Schoeps ist in Deutschland der Kommandeur des Kommando SES.
Hervorragender Eindruck
Generalstabsarzt Dr. Ingo Patschke sprach von den besten Voraussetzungen für einen erfolgreichen Einsatz der Angehörigen des Kommando SES in Afghanistan. Die Sanitäter kämen aus einem Verband, der wie kein Anderer über viele Jahre hinweg Einsatzerfahrung gesammelt habe“, sagte der Stellvertreter des Befehlshabers Sanitätsführungskommando. Als Beispiele führte er die Einsätze in Kunduz, beim Tsunami in Indonesien sowie im Kongo und die erfolgten Verstärkungseinsätze bei militärischen Operationen in Nord-Afghanistan an. Patschke selbst habe viele Soldaten des Kommandos in den Einsätzen erlebt und einen hervorragenden Eindruck von der Leistungsfähigkeit und der fachlichen Qualifikation gewonnen.
Einsatz an unterschiedlichen Orten
Die Truppe aus Leer stellt in den nächsten Wochen und Monaten einen Teil des Sanitätseinsatzverbandes in Mazar-e-Sharif und in anderen Orten in Afghanistan. Die Sanitäter versehen ihren Dienst beim deutschen Anteil des Regionalkommandos Nord und im Stab des Sanitätseinsatzverbandes sowie an den Standorten Feyzabad und Kabul. Mit ihrem Personal und der fachlichen Expertise verteilen sich die Soldaten zudem auf die verschiedenen Sanitäts- und MEDEVAC-Kompanien und beteiligen sich bei Patrouillen, Einsatz- und Routinefahrten außerhalb der Lager. Der Einsatz dauert für die Soldaten bis Mitte des Jahres.
Solidarität
Bei kühlen Temperaturen und Regen kamen neben Vertretern der Bundeswehr und geladenen Gästen die Angehörigen der Soldaten und Zuschauer. Auch mehrere Mitglieder des Deutschen Bundestages - darunter auch der Wehrbeauftragte des Deutschen Bundestages Reinhold Robbe - folgten der Einladung zum Appell, um ihre Solidarität und Unterstützung mit den Einsatzkräften zum Ausdruck zu bringen. Derzeit sind rund 7.200 Soldaten der Bundeswehr im Ausland im Einsatz. In Afghanistan und Usbekistan befinden sich 3.500 Angehörige der Bundeswehr.

