Die Großapotheke – Herzstück in Pfungstadt
Pfungstadt, 24.07.2009.
Die Apotheke in Pfungstadt hat zwei wesentliche Aufgaben: Die Versorgung der Truppenärzte und Zahnärzte im Sanitätskommando II und die Versorgung des gesamten deutschen Afghanistankontingents mit Sanitätsmaterial. Vom Pflaster über Operationsbesteck, Insektenschutz, Salben, Medikamente bis hin zu Gehhilfen. Woche für Woche verlassen mehrere Paletten die Apotheke Richtung Trollenhagen. Von dort geht es mit dem Flugzeug direkt nach Afghanistan. Sogar die Kühlkette kann in den höchstens 48 Stunden des Transportes gewährleistet werden. Ein wichtiges Kriterium für den Versand bestimmter Medikamente.
In der Großapotheke gelten dieselben Anforderungen an das Fachpersonal, wie in einer normalen „zivilen“ Apotheke. Ständig ist eine Apothekerin oder ein Apotheker vor Ort. In ihrer Arbeit werden sie durch Pharmazeutisch Technische Assistentinnen (PTA) unterstützt. Die Ausbildung zur PTA ist aufwändig und dauert zweieinhalb Jahre. Im theoretischen Unterricht erhalten die angehenden PTA Unterweisungen in Chemie, allgemeine und pharmazeutische Galenik, Botanik, Drogenkunde und Arzneimittelkunde oder Giftkunde.

Hauptfeldwebel Christine Mölleck
ist PTA in Pfungstadt. Sie ist mitverantwortlich für die Lieferungen nach Afghanistan. „Ich bin mir meiner Verantwortung durchaus bewusst. Deshalb kontrolliere ich die Sendungen sehr gewissenhaft.“ Vor den großen Rolltoren warten die gepackten Paletten auf den Spediteur, der sie weitertransportiert. Donnerstags werden sie routinemäßig abgeholt. Für ganz wichtige kleinere Lieferungen besteht die Möglichkeit die Flüge von Köln Wahn nach Usbekistan zu nutzen.

Oberstapotheker Thorsten Alles
Der Versorgungsauftrag für Afghanistan ist nur ein Teilaspekt. Täglich werden kleinere Sendungen für die verschiedenen Fachsanitätszentren und Sanitätszentren des Sanitätskommandos II zusammengestellt. Der G4 des Sanitätskommandos II, Oberstapotheker Thorsten Alles, möchte den eingeschlagenen Weg zur Steigerung der Effizienz fortsetzen: „Die Konzentration wehrpharmazeutischer Kompetenzen im VIZ hat die erhofften Synergieeffekte gebracht. Es läuft!“

Doch es gibt immer etwas zu verbessern: „Die Erfüllung von Anforderungen muss noch schneller werden. Dazu ist es erforderlich, die in SASPF gegebenen DV-technischen Möglichkeiten in den Regionalen Sanitätseinrichtungen konsequent zu schulen und zu nutzen.“ Nützlich sind hierbei auch die regelmäßigen Versorgungsgespräche mit den Sachbearbeitern aus den Sanitätszentren beim VIZ. Maßnahmen zur Qualitätssicherung in der pharmazeutischen Logistik müssen das Erreichte absichern. „Das gilt sowohl für die Regionalen Sanitätseinrichtungen, die Prozesse zur Auffüllung und Bewirtschaftung ihrer Handvorräte verinnerlichen müssen, als auch für das VIZ selbst, das sich in der nächsten Zeit einem Zertifizierungsverfahren unterwerfen muss.“

