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Ein Professor mit schwarzem Gürtel

München, 20.02.2012.
Ich bin ein Exot“, sagt Helmut Kreppel. Nüchtern betrachtet ist das keine Übertreibung. Der Oberfeldveterinär führt als einer von derzeit 28 Offizieren im Sanitätsdienst der Bundeswehr den akademischen Titel Professor. Die Lehrbefugnis im Fachgebiet Pharmakologie und Toxikologie an der Münchner Ludwig-Maximilians-Universität hat er seit 1993 inne.

Professor Kreppel am Boxsack

Professor Kreppel am Boxsack (Quelle: Sanitätsdienst Bundeswehr/ Wichelmann)Größere Abbildung anzeigen

Da er eine außerplanmäßige Professur für Pharmakologie und Toxikologie in der Humanmedizin inne hat, richten sich seine Vorlesungen an Studenten der Medizin, obwohl er als Oberfeldveterinär studierter Tiermediziner ist.

Am Sanitätsamt der Bundeswehr ist er für die fachlichen Grundlagen des medizinischen ABC-Schutzes zuständig. „Von daher ist die Aufrechterhaltung meines akademischen Titels im dienstlichen Interesse und ich werde für mein universitäres Engagement zeitweise freigestellt. Dafür bin ich der Bundeswehr dankbar“, so der 58-Jährige. Seine wissenschaftliche Karriere führte ihn auch schon dienstlich für neun Monate in die USA, als erster Gastprofessor der Bundeswehr an einer amerikanischen Universität, und privat zu einem Forschungsaufenthalt in die Antarktis.

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Während des Trainings

Während des Trainings (Quelle: Sanitätsdienst Bundeswehr)Größere Abbildung anzeigen

Ju-Jutsu kein Schattenboxen

Doch das wirklich Exotische an ihm offenbart der vornehm zurückhaltende Offizier erst auf Nachfrage. Er war zu Beginn seiner Dienstzeit Fallschirmjäger, fand Gefallen am Springen, inzwischen hat er über 120 dienstliche Sprünge hinter sich.

Als Leutnant war er 1977 auf dem Einzelkämpferlehrgang in Hammelburg und fand großes Interesse an der Nahkampfausbildung. Jahre später engagierte sich Kreppel privat im Selbstverteidigungssport Ju-Jutsu. „Diese Kampfkunst vereint Techniken von Akido, Judo und Karate. Es geht in erster Linie um Körperbeherrschung, Technik und Selbstbewusstsein, nicht um bloße Kraft. Hebel und Würfe werden durchgeführt, Tritte und Faustschläge hingegen nur angedeutet, das minimiert das Verletzungsrisiko. Das Training ist auf Wirksamkeit ausgelegt, wir treiben kein Schattenboxen“. Seit dem Jahr 2003 hat Helmut Kreppel den schwarzen Gürtel und trainiert nach Dienst ehrenamtlich regelmäßig Jugendliche und Erwachsene.

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Professor Kreppel ist ein begeisterter Kletterer (Quelle: Sanitätsdienst Bundeswehr)Größere Abbildung anzeigen

Von der Tiefe in die Höhe

Doch dieser Sport ist nur ein Teil seiner Hobbys: Prof. Dr. Dr. Kreppel taucht „ganz gerne“- Inzwischen ist er „Divemaster“ und war bei einigen seiner rund 200 Tauchgänge schon tiefer als 50 m unter der Wasseroberfläche.

Die Höhe hat es ihm auch angetan: Seit 1985 engagiert sich Kreppel beim Deutschen Alpenverein (DAV). Er besitzt die Lizenz als Hochtourenführer und Skihochtourenführer. Im Universitätssportclub München sowie für die Sektion München des DAV führt er in seiner Freizeit Hochtouren, Kletterkurse und Klettertouren, bis zum Wasserfallklettern durch, im Winter vor allem Skitouren. Auch in der Winterkampfausbildung der Bundeswehr werden seine Fähigkeiten von Zeit zu Zeit gebraucht. „Rückblickend betrachtet“, so Kreppel, „war ich bestimmt nicht faul, hatte aber auch bei all meinen Engagements immer eine gewisse Portion Glück.“

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Eine weitere Leidenschaft von Kreppel: Fallschirmspringen

Eine weitere Leidenschaft: Fallschirmspringen (Quelle: privat)Größere Abbildung anzeigen

Kameradschaft, die bewegt

Dafür und dass er bei seinen Aktivitäten regelmäßig „tolle Kameraden“ kennenlernen konnte, sei er immer wieder dankbar: „Als ich nach einem Gleitschirmunfall aus der Narkose erwachte, standen meine Kameraden um mein Bett herum – das war ganz schön rührend, ich hatte Tränen in den Augen.“

Bei allem Engagement dürfe man aber seine privaten Kontakte nicht vergessen, so Kreppel: „Das Wichtigste in meinem Leben sind immer noch meine liebe Partnerin und meine beiden Kinder“

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Stand vom: 02.12.13 | Autor: Matthias Seeliger


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