Zahnmedizin an Bord und in der Heimat
Wilhelmshaven, 13.09.2007.
Vorträge, praktische Demonstrationen, persönliche Gespräche: Der erweiterte Vorstand der Bundeszahnärztekammer schifft sich ein und informiert sich über den Auftrag des Sanitätsdienstes und der Zahnmedizin in den Streitkräften.
Zahnmedizin an Bord
"Und hier betreiben wir Zahnmedizin," sagt Flottillenarzt Mohr seinen Besuchern mit einem Lächeln. Inmitten dieser Enge sei das Behandeln bis zu einem Seegang von zwei Metern kein Problem, erklärt der Zahnarzt. Dabei arbeite der Mediziner auf dem Schiff mit handelsüblichen Gerät, das auf die Bedürfnisse der hohen See adaptiert wurde."Ein Zahnarzt hat in der Regel bis zu vier Patienten am Tag, macht Routine- und Schmerzbehandlungen und lebt aus Tropenkisten," beschreibt Mohr den Alltag an Bord. Die Ausrüstung eines Zahnarztes umfasse mehrere olivfarbene Kisten, die zusammengerechnet rund 300 Kilogramm wiegen, erklärt der 36-Jährige. Das Besondere für einen Zahnarzt an Bord einer fahrenden Einheit sei, dass man alle Entscheidungen alleine treffen müsse – ohne weitere fachliche Unterstützung, berichtet Dr. Mohr von seiner Erfahrung auf hoher See.

Inspizient Zahnmedizin (Mitte) mit seinen Gästen (Quelle: Bundeswehr (Uwe Henning))Größere Abbildung anzeigen
Truppenbesuch
Der erweiterte Vorstand der Bundeszahnärztekammer informierte sich an Bord der Fregatte "Karlsruhe" und im Marinestützpunkt Wilhelmshaven über den Dienst in den Streitkräften. Im Mittelpunkt des Truppenbesuches standen der Sanitätsdienst und die Zahnmedizin. "Wir wollten zeigen, dass der zahnärztliche Dienst in der Bundeswehr die Gesetze und Vorschriften im Einsatz und in der Heimat umsetzt und über Ausrüstung auf dem neuesten Stand der Technik verfügt", sagt Admiralarzt Dr. Wolfgang Barth. "Ziel des Truppenbesuches ist es, die verschiedenen Möglichkeiten und das Aufgabenspektrum des Sanitätsdienstes der Bundeswehr darzustellen," erklärt der Inspizient der Zahnmedizin der Bundeswehr weiter zu der Veranstaltung.Der Präsident der Bundeszahnärztekammer zeigte sich beeindruckt von der Leistungsfähigkeit und den hohen Qualitätsstandards. "Die Zahnmedizin und der Sanitätsdienst der Bundeswehr ist sehr gut aufgestellt," sagte Dr. Dr. Jürgen Weitkamp. Die Kiefer- und Zahnheilkunde habe ihren festen Platz im Sanitätsdienst der Bundeswehr, betonte der Präsident. Die Bundeszahnärztekammer und der Sanitätsdienst der Bundeswehr pflegen seit Jahrzehnten enge Beziehungen. Der Inspizient ist ständiger Gast im erweiterten Vorstand. "Der zahnärztliche Sanitätsdienst ist integraler Bestandteil unseres Berufstandes," beschreibt Weitkamp das Verhältnis zum militärischen Organisationsbereich. Schließlich seien vom Vorstand bis zu den verschiedenen Ausschüssen Bundeswehr-Zahnärzte vertreten und man arbeite in vielfältiger Art und Weise zusammen.
Notaufnahme im IMOC (Quelle: Bundeswehr (Uwe Henning))Größere Abbildung anzeigen
Einsatzmedizin
Nach der Fregatte ging es für die Besucher zu hochmobilen und schnell einsatzbereiten Sanitätsdiensteinrichtungen des Kommandos Schnelle Einsatzkräfte Sanitätsdienst (Kdo SES) "Ostfriesland". Soldaten des Verbandes hatten für den erweiterten Vorstand der Bundeszahnärztekammer eine zeltgeschützte Notfallbehandlungseinrichtung, ein Immediate Operational Capability (IMOC) und eine containergestützte Zahnbehandlungseinrichtung aufgebaut.Die Zahnbehandlungsreinrichtung bestand aus zwei Containern und ist mit einer Zahnarztpraxis in Deutschland vergleichbar. In den beiden Containern gibt es Röntgen- und Behandlungstechnik auf dem neuesten Stand.Das IMOC sowie die Container zeichnen sich durch ihre flexible, mobile gewicht- und raumsparende Modulbauweise aus, das je nach Einsatzszenario angepasst wird.

