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Sanitätsoffizieranwärterin - "Ich würde es wieder machen"

München, 05.09.2013.
Julia Schulz ist Sanitätsoffizieranwärterin (SanOA) bei der Bundeswehr und studiert Medizin in Lübeck. „Ich würde es wieder machen. Viele Dinge sprechen dafür“, sagt sie. Welche Erfahrungen hat die 23-Jährige Soldatin gemacht? Weshalb würde sie den eingeschlagenen Weg wieder wählen? Im Gespräch schilderte sie ihre Eindrücke.

Leutant (Sanitätsoffizieranwärterin) Julia Schulz

Leutant (Sanitätsoffizieranwärterin) Julia Schulz (Quelle: Sanitätsdienst Bundeswehr/ Klein)Größere Abbildung anzeigen

Studium Verlauf

Leutnant (SanOA) Julia Schulz ist im 9. Semester ihres Medizinstudiums. Sie studiert bisher in der Regelstudienzeit und musste noch kein Zusatzsemester beantragen. „Die Zeit bis zum Physikum war nicht so prickelnd, da viel auswendig zu lernen war und wenig Bezug zur Praxis bestand“ erklärt die 23-Jährige. „Der klinische Teil ist da schon spannender, weil sich Theorie und Praxis abwechseln“.
Die Medizinstudentin hat bereits mit ihrer Doktorarbeit begonnen. „Ich finde eine Doktorarbeit gehört zum Medizinstudium dazu, sie ist ein Qualitätsmerkmal“ sagt die Sanitätsoffizieranwärterin und fügt an „Mein Doktorvater weiß, warum ich kein Freisemester nehmen kann für meine Doktorarbeit.“ Daher habe sie sich für eine Doktorarbeit aus der retroperspektive, d.h. eine rein statistische Dissertation, ohne experimentellen Anteil entschieden.
In der vorlesungsfreien Zeit absolvierte Julia Schulz ein Praktikum in der Radiologie des Bundeswehrkrankenhauses Berlin.

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Als Soldatin an der Universität

In der Grundausbildung habe man ihr geraten beim Studium, nicht damit „haussieren“ zu gehen, dass sie Soldat sei. „Bisher habe ich keine schlechten Erfahrungen gemacht. Studienkollegen fragen eher und zeigen Interesse an meiner Laufbahn“ berichtet sie. Ablehnung von Professoren kenne sie auch nicht. Ihr Studiendekan war selbst Arzt bei der Bundeswehr. Etwa 20 Soldaten studieren derzeit in Lübeck, verteilt über die verschiedenen Jahrgänge. Kontakte bestehen, aber eher Semester intern als übergreifend.

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Leutnant (SanOA) Julia Schulz während ihres Praktikums in der Radiologie des Bundeswehrkrankenhauses Berlin

Leutnant (SanOA) Julia Schulz während ihres Praktikums in der Radiologie des Bundeswehrkrankenhauses Berlin (Quelle: Sanitätsdienst Bundeswehr/ Klein)Größere Abbildung anzeigen

Betreuung durch die Betreuungsdienststelle

Ein Semestertreffen mit dem Betreuungsoffizier findet ein Mal im Semester in Uniform in Lübeck statt. Sowohl hier als auch per Mail erhalten die Studierenden Informationen über allgemein militärische Aktivitäten der Dienststelle, wie Schießen oder Märsche. „Um Informationen hinsichtlich ziviler Famulaturen oder einem praktischen Jahr im Ausland zu erhalten müsse man schon selbst aktiv werden“, berichtet die Studierende. „Die Teilnahme an Schießvorhaben und Märschen ist schwer zu realisieren, da es unter der Woche schwierig ist, die Uni für einen ganzen Tag zu schwänzen.“

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Militärische Ausbildung während der studienfreien Zeit

Sanitätsoffizieranwärter sind für das Studium freigestellt. „Gleichzeitig soll man aber auch militärische Leistungen ablegen und erwirbt mit ihnen so genannte Credit-Points die für den weiteren Werdegang von Bedeutung sind“, erklärt Julia Schulz. „An manchem Studienort nicht einfach, wenn die Betreuungsdienststelle weit entfernt ist.“ Studienfreie Zeit ist sowohl für Praktika als auch für militärische Ausbildung und der Teilnahme an militärischen Lehrgängen vorbehalten. Leutnant (SanOA) Schulz hat den Offizierslehrgang 2012 absolviert. „Das Überlebenstraining in Altenstadt war schon cool. Einen Adrenalinstoß pur bekommt man beim Sprung vom Sprungturm. Meine zivilen Studienkollegen beneiden mich um diese Erfahrung, aber unmenschliches wird von einem nicht verlangt“ sagt sie mit Stolz in der Stimme. „Aus diesem Grund habe ich mich schließlich für die Bundeswehr entschieden, um diese Abwechslung zwischen Medizin und militärischen Anteilen zu haben.“ Im September wird die Sanitätsoffizieranwärterin ein vierwöchiges Truppenpraktikum bei den Heeresfliegern in Faßberg absolvieren.

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Leutnant (SanOA) Julia Schulz

Leutnant (SanOA) Julia Schulz (Quelle: Sanitätsdienst Bundeswehr/ Klein)Größere Abbildung anzeigen

Familie und Beruf

Bisher betrifft mich das Thema Familie und Beruf noch nicht. Aber auch ich möchte später auch eine Familie haben und bin ganz optimistisch dass dann alles mit der Vereinbarkeit von Familie und Beruf klappt“ so Julia Schulz euphorisch. Im Klinik Alltag habe sie schon gesehen, dass darauf sehr viel Rücksicht genommen wird. „Wir müssen dies auch, bei dem Frauenanteil im Studium“, sagt sie „In Lübeck sind meines Erachtens etwa 75 Prozent der Medizinstudenten Frauen“.

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Spannungsfeld Soldat und Arzt

Militär und Medizin sei manchmal schwer miteinander zu vereinbaren findet die Sanitätsoffizieranwärterin. „Auf der einen Seite die Truppe auf der anderen Seite das Krankenhaus, das so weit weg ist von der Truppe. Aber gerade diese Möglichkeiten, die einem geboten werden sind es was den Beruf Arzt und Soldat ausmacht“, erklärt die 23-Jährige „Man muss ja nicht immer am Krankenhaus bleiben. Dass ist es, was die Bundeswehr so ansprechend und interessant macht“.

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Leutnant (SanOA) Julia Schulz beim Ausrichten des Röntgenapparates

Leutnant (SanOA) Julia Schulz beim Ausrichten des Röntgenapparates (Quelle: Sanitätsdienst Bundeswehr/ Klein)Größere Abbildung anzeigen

Blick in die Zukunft

Leutnant (SanOA) Schulz hat sich im Jahre 2009 für 17 Jahre als Soldat auf Zeit verpflichtet. „Ich freue mich noch immer diesen Weg eingeschlagen zu haben. Gleichzeitig habe ich aber die Befürchtung, dass man nicht das erreicht, was man sich vorgestellt hat“ sagt Julia Schulz.
Obwohl sie noch gute vier Semester studieren muss, beschäftigt sie sich schon mit der Zeit danach. „Werde ich meine gewünschte Facharztausbildung in der Neurochirurgie oder Neuroradiologie bekommen? Wird sich mein Wunsch der Truppenarzt-Einplanung realisieren lassen?“ Fragen, die erst in der Zukunft beantwortet werden können. Maßgeblich ist der Bedarf an Fachärzten und Fachrichtungen in der Bundeswehr.

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Denkanstöße für zukünftige Bewerber

Ich würde es wieder machen. Viele Dinge sprechen dafür, wie die berufliche Abwechslung, aber auch die finanzielle Versorgung“ sagt Julia Schulz. „Über die Verpflichtungszeit würde ich mich genauer informieren, vor allem wegen der Facharztausbildung. Die Auslandseinsätze sind es nicht, die einem davon abhalten sollten zur Bundeswehr zu gehen. Vielmehr die Risiken hinsichtlich der späteren Einplanung und der Facharztausbildung.“ Man sei finanziell unabhängig und könne dadurch unbeschwert studieren. Bundeswehr intern könne man viel machen, wenn man sich darum selbst kümmere. Sie habe schon bei der Berufsmesse in Lübeck Interessierten bei ihrer Entscheidungsfindung unterstützt. „Mit 17 oder 18 Jahren ist man sich über die Tragweite einer solchen Entscheidung mit einer so langen Verpflichtungszeit nicht so bewusst“ sagt die Sanitätsoffizieranwärterin.

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Stand vom: 02.12.13 | Autor: Knut Klein


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