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Telemikrobiologie - weltweit einzigartig

Infektionskrankheiten gehören zu den häufigsten Krankheiten von Soldaten im Auslandseinsatz. Um solche Infektionen schnell zu erkennen und schnell behandeln zu können, bedient sich der Sanitätsdienst der Bundeswehr eines selbst entwickelten und evaluierten Telemikrobiologiesystems. Damit hat die Bundeswehr das NATO weit erste im Routinebetrieb eingesetzte System dieser Art.

Prizren, Kosovo: Eine medizinisch technische Assistentin (MTA) im Dienstgrad Oberfeldwebel sitzt im mikrobiologischen Feldlabor an ihrem Telemedizin-Arbeitsplatz.

Im Rahmen einer Küchentauglichkeitsuntersuchung untersucht sie eine aufbereitete Stuhlprobe. Die Probe liegt unter dem Mikroskop. Am Mikroskop angebaut ist eine spezielle Zusatzausstattung mit Beleuchtung und Digitalkamera.

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Ein Parasit unter dem Mikroskop

Ein Parasit unter dem Mikroskop (Quelle: Sanitätsdienst Bundeswehr / Scheid)Größere Abbildung anzeigen

Bilder im Raster

Zeitgleich im fernen Koblenz: Der Experte der Laborabteilung I (Medizin), Funktionsgebiet Diagnostik im Zentralen Institut der Bundeswehr Koblenz nimmt über seinen Telemedizin-Arbeitsplatz durch die Webcam per Videokonferenz Verbindung ins Kosovo auf.

Auf seinem Monitor „blickt” er durch das Mikroskop im Feldlabor. Dank einer speziellen Software kann über das Mikroskopbild ein Koordinatenraster eingeblendet werden, über das genaue Analysen betrieben werden.

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Telemikrobiologie:bei der Ausbildung

Ausbildung in der Telemikrobiologie (Quelle: Sanitätsdienst Bundeswehr / Knoll)Größere Abbildung anzeigen

Auf Besonderheiten geschult

Der Experte steuert die Diagnostik der Probe nach einem fein abgestimmten Gesamtsystem (Konzept Mikrobiologisches Feldkdlabor). „Dieses Verfahren ist unsere große Stärke”, sagt Oberstleutnant Dr. Patrick Scheid.

Scheid ist Leiter des Labors für Medizinische Parasitologie und des Zellkulturlabors des Zentralen Instituts der Bundeswehr in Koblenz, das den Status der Experten- und Ausbildungsstätte für den Teilbereich Telemikrobiologie trägt. Dazu wurden die medizinisch technischen Assistenten in einem besonderen Lehrgang (inkl. Praktikum) auf die Besonderheiten der Telemedizin im Bereich Mikrobiologie geschult.

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Dr. Patrick Scheid in Afghanistan

Dr. Patrick Scheid in Afghanistan (Quelle: Sanitätsdienst Bundeswehr / Scheid)Größere Abbildung anzeigen

Sparfaktor

„In unserem Fachgebiet geht es oft um visuelle Diagnostik”, so der Biologe Scheid. „Deshalb müssen alle bildbeeinflussenden Faktoren wie Färbetechniken, verwendete Nährböden, verwendete Schnelltestsysteme etc. standardisiert sein, damit es zu keinen Fehlinterpretationen kommt.”

Dass dies sehr gut funktioniert, wurde in zahlreichen wissenschaftlichen Tests nachgewiesen. „Wir sind das NATO weit erste im Routinebetrieb eingesetzte Telemikrobiologiesystem”, erklärt er. So werden aus dem Kosovo täglich Proben durch MTA untersucht, ohne dass ein entsprechender Facharzt vor Ort sein muss: „Das spart Geld, Zeit und Ressourcen.”

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Erfolgsmodell Telemikrobiologie

In Afghanistan wird das System zur Unterstützung eingesetzt, falls ein Arzt vor Ort den Rat eines Experten möchte (second opinion).

Mit dem technischen Fortschritt entwickeln sich Möglichkeiten der Telemikrobiologie weiter: „Unser Ziel ist es weiter die Kosten zu senken und gleichzeitig die Qualität zu steigern”, resümiert Dr. Patrick Scheid. Eine diesbezügliche Wirtschaftlichkeitsbetrachtung wurde im letzten Jahr durchgeführt.

Das bereits 2003 eingeführte Telemikrobiologie-System hat dazu beigetragen, eine qualitativ hochwertige, standardisierte und sehr schnelle Diagnostik in den Einsatzszenarien vorhalten zu können. „Ein Erfolgsmodell mit Zukunftsfähigkeit”, so Dr. Scheid.

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Stand vom: 02.12.13 | Autor: 


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