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Forschen unter Palmen

Hamburg, 09.01.2012.
Das Bernhard-Nocht Institut (BNI) für Tropenmedizin Hamburg ist das Größte dieser Art in Deutschland. Der Sanitätsdienst der Bundeswehr beteiligt sich an der tropenmedizinischen Forschung und an der Behandlung von Tropenkrankheiten, indem er dort seit 2006 eine eigene Abteilung betreibt.

Bernhard-Nocht-Institut im Herzen von Hamburg (Quelle: Sanitätsdienst Bundeswehr/ Seeliger)Größere Abbildung anzeigen

Obwohl das Institut ein Labor der höchsten Sicherheitsstufe besitzt, so dass an allen Erregern geforscht werden kann, sind Forschungskooperationen vor Ort in den Tropen für die Arbeit unerlässlich.

Seit 2011 existiert neben Ghana in West-Afrika eine weitere wissenschaftliche Kooperation des BNI: Der Inselstaat Madagaskar im Indischen Ozean. Auch Sanitätspersonal der Bundeswehr ist dort aktiv.

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Madagaskar war epidemiologisch bislang ein weißer Fleck (Quelle: Privat)Größere Abbildung anzeigen

Weißer Fleck

„Madagaskar war bisher so etwas wie eine weiße Stelle auf der epidemiologischen Landkarte. Daher ist das Land für uns besonders interessant und wir hoffen, diese Lücke zu schließen“, sagt Hinrich Sudeck. Der Oberfeldarzt leitet den militärischen Bereich des BNI, der organisatorisch zum Bundeswehrkrankenhaus der Hansestadt gehört.

Ein zusätzlicher Nutzen der Kooperation sei, dass sich die angehenden Tropenmediziner an die Arbeit in ungewohnter Umgebung gewöhnen. „Interkulturelle Kompetenz ist für unsere Arbeit genauso wichtig, wie fachliches Können.“

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Hamburg: Frickmann in seinem Labor (Quelle: Sanitätsdienst Bundeswehr/ Seeliger)Größere Abbildung anzeigen

Ein gutes Umfeld

Einer der Wissenschaftler, die bereits dort waren, ist Hagen Frickmann. „Wir fanden dort gute Arbeitsbedingungen vor. Es gibt ein brauchbares Labor unseres Kooperationspartners, der Universität Antananarivo, mit Anbindung an ein nahegelegenes Krankenhaus“, so der Stabsarzt. Das Land sei wunderschön, doch eine Vielzahl von hierzulande eher seltenen Infektionskrankheiten, wie Zystizerkose (Bandwurmlarvenbefall, z.B. in Muskel und Hirn, d.R.) und Tuberkulose, seien verbreitet.

Auch kämen sexuell übertragbare Krankheiten (STD) in Folge von Sextourismus in derzeit ungeklärter Häufigkeit vor. So laufe derzeit u.a. eine Studie über das Auftreten von STD bei Schwangeren, das ein Übertragungsrisiko mit schweren Folgen für das Neugeborene darstellt. „Es fehlen dort die Möglichkeiten, diese Krankheiten ausreichend zu untersuchen und zu bekämpfen.“

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Stabsarzt Frickmann mit Labormitarbeitern in Madagaskar (Quelle: Privat)Größere Abbildung anzeigen

Langfristige Zusammenarbeit

Das Ziel sei eine langfristige Zusammenarbeit und Ausbildungskooperation zwischen Gesundheitspersonal und Wissenschaftlern aus Madagaskar, dem BNI sowie dem Sanitätsdienst der Bundeswehr, so Frickmann. Dazu gehöre die Verbesserung der Infrastruktur vor Ort. So würden beide Seiten langfristig von der Kooperation profitieren.

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Stand vom: 03.12.13 | Autor: Matthias Seeliger


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