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Ende einer Ära

Augustdorf, 11.01.2011, Sanitätsdienst Bundeswehr.
Ende 2010 war es soweit: Der letzte Mannschaftstransportwagen (MTW) M113 KrKw verließ den Standort Augustdorf. Generationen von Sanitätern der Bundeswehr haben mit diesem gepanzerten Fahrzeug Übungen und Ausbildungen der Kampftruppe begleitet.

Warten

Getarnter MTW M113 KrKw (Quelle: Sanitätsdienst Bundeswehr)Größere Abbildung anzeigen

Das Design des M113 ist eine Weiterentwicklung zweier Fahrzeugtypen aus den 1950er Jahren, dem M59 APC (Gepanzertes Personentransportfahrzeug) und dem M75 APC. Im Jahre 1960 wurde der M113 auf dem Weltmarkt eingeführt und von den Vereinigten Staaten aus in mehr als 50 Länder exportiert, entweder direkt oder als Lizenznachbau.

Fast so groß wie die Zahl der Abnehmer ist auch die Fülle an unterschiedlichen Varianten des M113. Nicht weniger als 40 Versionen, Umbauten nicht eingerechnet, wurden und werden weltweit betrieben. Viele sind lufttransportfähig und amphibisch einsetzbar.

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Abtransport MTW M113 KrKw

Abtransport MTW M113 KrKw (Quelle: Sanitätsdienst Bundeswehr)Größere Abbildung anzeigen

Konservendose

Das Basismodell des M113 der Firma Ford and Kaiser Aluminium and Chemical Co. hatte schon bald nach der Einführung in die Bundeswehr wegen seiner Aluminiumpanzerung den Spitznamen Konservendose. erhalten. Die ersten Modelle verfügten über einen Benzinmotor.

Gerade bei sommerlichen Temperaturen war es wichtig, vor dem Start des Triebwerks den Innenraum durchzulüften, denn die sich sammelnden Treibstoffdämpfe brachten die Gefahr einer Verpuffung bei der Zündung mit sich. Ab 1965 wurden alle neuen MTW M113 mit Dieselmotor ausgeliefert, die bereits beschafften 3.400 MTW umgerüstet. Durch den neuen Detroit Diesel Typ 6V 53 mit 6 Zylinder, 5.220 cm³, 154 kw/210 PS wurde das Fahrzeug 400 kg schwerer.

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Vorbereitung zur Abgabe

Vorbereitung zur Abgabe (Quelle: Sanitätsdienst Bundeswehr)Größere Abbildung anzeigen

An deutsche Norm angepasst

Neben der Motorisierung mussten andere technische Details geändert werden, um den „Ami“ den deutschen Anforderungen anzupassen. So wurden Optik, Funkanlage, Bewaffnung, Nebelmittelwurfanlage (außer M113 KrKw), Gleiskette Typ 213 B, Beleuchtungsanlage nach Straßenverkehrszulassungsordnung, Feuerwarn- und Löschanlage mit 5,5 kg Halon und eine Heiz- und Belüftungsanlage angepasst, beziehungsweise hinzugefügt.

Mit diesem Umbau erhielt das Fahrzeug eine neue Bezeichnung: M113 G. Spätere Versionen erhielten die Bezeichnungen M113 A1 G, M133 A2 G und M113 A2 G (EFT). Letztere verfügten über zwei zusätzliche Außentanks (EFT) am Fahrzeugheck. Durch die Auf- und Umrüstungen wurde der M113 schließlich so schwer, dass er für den Schwimmbetrieb gesperrt wude. Das so überflüssig gewordene Schwallbrett wurde durch einen Staukorb ersetzt. Ebenso ersetzt wurden die Lenkbremshebel, die für eine moderne Steuerung mittels Lenkhorn Platz machten.

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Zwischenstop zum Materialauffüllen

Zwischenstop zum Materialauffüllen (Quelle: Sanitätsdienst Bundeswehr)Größere Abbildung anzeigen

Nicht geeignet

Anfang der 1980er Jahre betrat der M113 Krankenkraftwagen (KrKw) die Bühne, unter anderem am Standort Augustdorf. Er sollte als geschütztes Fahrzeug den Verwundetentransport insbesondere für die Panzer- und Panzergrenadiertruppe sicherstellen. Schnell stellte er sich im Gelände als viel zu behäbig heraus, und immer wieder mussten die Panzer Marder und Leopard auf ihn warten.

Spätestens im realen Einsatz mit dem gepanzerten Gefechtsverband Kosovo stieß der M113 KrKw an seine Grenzen. Die Motorisierung war für das gebirgige Gelände nicht ausreichend und die Abnutzung der Fahrketten erwies sich stärker als erwartet. Die Reparaturstandzeiten wurden immer länger. Schließlich wurde der Einsatz mit dem geländegängigen 2 to in der Version Beweglicher Arzttrupp und dem umgerüsteten Transportpanzer Fuchs durchgeführt.

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Sonnenaufgang in Munster Süd

Sonnenaufgang in Munster Süd (Quelle: Sanitätsdienst Bundeswehr)Größere Abbildung anzeigen

Warten auf den Boxer

Analog zur technischen Ausstattung des Grundfahrzeugs wurde die Ausrüstung mit Sanitätsmaterial ständig modifiziert. Der anfängliche Umfang, der nicht viel mehr als vier Tragen, zwölf Decken, Cramerschienen und zwei Sanitätstaschen umfasste, wurde um Stethoskop, Blutdruckmessgerät, ein medizinisches Sauggerät, Arm- und Beinschienen sowie Infusionsmaterial ergänzt.

Aber auch die Arbeitsbedingungen für das eingesetzte Personal waren alles andere als günstig. Der niedrige Innenraum und der schmale Durchgang zwischen den vier Tragen erschwerten die Betreuung der Patienten. Während auf der einen Seite ein wenig Wehmut mitschwingt, ist andererseits allen klar, dass mit der letzten Reise des M113 KrKw nun das Warten auf die neue Fahrzeuggeneration in Gestalt des gepanzerten Transport Kraftfahrzeugs (GTK) Boxer beginnt.

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Stand vom: 02.12.13 | Autor: 


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