Traditionelle Nacht des Sanitätskommandos II
Diez, 27.08.2010.
Das Sanitätskommando II hat die achte Traditionelle Nacht im Schlosspark von Schloss Oranienstein gefeiert. Der Kommandeur, Admiralarzt Dr. Michael Knabe, konnte viele Gäste aus Politik, Militär und Kirche begrüßen, darunter der stellvertretende Ministerpräsident des Landes Rheinland-Pfalz, Staatsminister Karl-Peter Bruch und der ehemalige Verteidigungsminister Dr. Franz Josef Jung. Mit mehr als 18 Generälen ist das diesjährige Familienfest wiederum eine gern angenommene Veranstaltung, die für jeden Geschmack etwas zu bieten hat.

Kampfmittelbeseitigung
Der Wettergott hat kein Einsehen mit der Veranstaltung. Viele Bürgerinnen und Bürger finden trotz vereinzelter Schauer in den Schlosspark. Hier kommt der ferngesteuerte Manipulator zum Einsatz, eine Art Roboter. Er hilft, ein Objekt, aus sicherer Entfernung, zu identifizieren oder zu beobachten und unschädlich zu machen. Auf einem Monitor sieht der Kampfmittelbeseitiger Bilder, die der Roboter mit seinen kleinen Kameras übermittelt. Wenn schließlich fest steht, um welche Art von Kampfmittel es sich handelt, kann die Maschine helfen das Objekt unschädlich zu machen oder zu beseitigen. Den gesamten Vorgang verfolgen die Zuschauer mit großem Interesse. Er nimmt ferngesteuert ein Objekt aus einem parkenden Fahrzeug. Am Ende knallt es laut, dann hat der Manipulator das Objekt zerstört.

Angebot für Kinder
Die jüngsten Gäste genießen den Nachmittag und drehen am Glücksrad. Unter ihnen der 6-jährige Christian aus Darmstadt. Er ist mit seiner Großmutter hier, die jedes Jahr die Traditionelle Nacht besucht. „Es ist immer wieder sehr schön hier“
, sagt die Kadenbacherin. Auch das Angebot an ihren Enkel findet sie gut. Er hat Blecheimer umgeworfen, etwas Leckeres gegessen und zur Musik getanzt. Doch am meisten freut sie sich auf das Feuerwerk: „Das ist einfach nur spitze, vor allem mit der Musik dazu.“

Fotoausstellung Afghanistan
Das Schloss öffnet seine Türen für die Besucher und gewährt Einblicke in seine Innenarchitektur und in seine Geschichte. Dieses Angebot nehmen die Gäste zahlreich an. Die Fotojournalistin Veronika Picmanova hat einige ihrer Bilder im Schloss ausgestellt. Sie war über zwei Jahre in Afghanistan und hat in dieser Zeit unter anderem die Arbeit der Bundeswehr beleuchtet. Die Ausstellung zeigt auch die Arbeit der Operational Mentoring and Liaison Teams (OMLT) des Sanitätsdienstes in Afghanistan. Ein Thema, mit dem das Sanitätskommando II als ständiges Leitkommando besonders verbunden ist. Ein offen zugängliches Schloss ist an diesem Tag nicht ganz einfach zu realisieren, denn unmittelbar vor dem Schloss ist bereits das Feuerwerk aufgebaut.
Bundeswehr zum Anfassen
Doch dieser Aspekt ist dem Kommandeur des Sanitätskommandos II besonders wichtig: „Dies entspricht insbesondere meinem Grundverständnis, dass Bundeswehr sich nicht nur hinter verschlossenen Mauern abspielen darf, sondern sich den Bürgerinnen und Bürgern unseres Landes öffnen muss, sich transparent, sozusagen zum Anfassen, präsentieren muss. Auch und gerade dazu dient der heutige Abend.“

Serenade und Feuerwerk
Die Westerwald Pipers verbreiten mit ihren Dudelsäcken ebenso gute Laune, wie später die Band „Party and More“. Der musikalische Höhepunkt wird dann nach Einbruch der Dunkelheit erreicht. Das Heeresmusikkorps 300 aus Koblenz spielt eine Serenade vor dem Schloss, umrahmt von Fackelträgern. Nach dessen Ausmarsch läutet ein lauter Knall das Feuerwerk ein. Bengalisches Feuer taucht das Barockschloss in ein ungewohntes Licht. „Ahhh und Ohhh“
ist von Seiten der Zuschauer zu hören, als das Höhenfeuerwerk knallt und leuchtet. Zum Abschluss der Veranstaltung wird es traditionell noch einmal spannend. Wie immer zeigt sich der Schlossgeist über dem Schloss und fliegt schließlich in die Nacht.
