Arbeit der Beraterteams in Afghanistan gewürdigt
Diez, 04.08.2010.
Im Rahmen einer sicherheitspolitischen Informationsveranstaltung hat das Sanitätskommando II die Leistungen der Operational Mentoring and Liaison Teams, kurz OMLT des Sanitätsdienstes gewürdigt. Im Mittelpunkt standen Soldaten, die gerade aus Afghanistan zurückgekehrt sind oder sich auf einen Einsatz als OMLT vorbereiten. Als Redner hatte sich Oberst Ulrich Kirsch, der Vorsitzende des Bundeswehrverbandes angesagt.

Vor Vertretern aus Politik, Militär und Kirche erläuterte der Kommandeur des Sanitätskommandos II, Admiralarzt Dr. Michael Knabe, die Aufgabe der OMLT-Soldaten. „Das NATO-Konzept dient der Unterstützung der Afghan National Army. Die Unterstützung soll durch Berater auf Korps- Brigade- und Bataillonsebene erfolgen.“
Die NATO möchte möglichst rasch eine funktionsfähige afghanische Armee aufbauen und damit eine tragende Säule der Sicherheitsarchitektur schaffen. Die eingesetzten Berater sollen die afghanischen Streitkräfte nicht führen, sondern beraten. Führung bleibt die Aufgabe der afghanischen Offiziere. Die afghanische Armee soll somit in die Lage versetzt werden selbstständig Ausbildung und militärische Operationen zu planen und durchführen zu können.
Erfolge trotz schwieriger Umstände
Beim Aufbau eines Sanitätsdienstes innerhalb der afghanischen Streitkräfte müssen die Berater Gegensätze überwinden. Die Streitkräfte setzen sich aus ehemals rivalisierenden Stämmen zusammen und können daher nicht als homogen bezeichnet werden. Zudem lernen viele Soldaten erst in der Armee lesen und schreiben. Dementsprechend müssen Ausbildungen wiederholt werden, um die Nachhaltigkeit zu erreichen.
Trotz der Schwierigkeiten sind die OMLT von der Wissbegierigkeit der afghanischen Offiziere beeindruckt. Diese sollen als Multiplikatoren genutzt werden, um einheitliche Standards und die Zertifizierung durch die NATO zu erreichen.

Lob vom Deutschen Bundeswehrverband
Kirsch betonte die Leistungen der OMLT Soldaten: „Von Ihnen wird nicht nur verlangt ein guter Sanitätssoldat zu sein, Sie müssen auch Konfliktvermittler und Krisenmanager sein, der in der Lage ist, sich in einer völlig fremden Welt zu bewegen.“
Die OMLT Soldaten haben sich nicht nur um den Aufbau des Landes und dessen Sicherheit verdient gemacht, sie haben auch Deutschlands Interessen und sein Ansehen in der Welt würdig vertreten, so Oberst Kirsch. An die Einsatzrückkehrer gewandt sagte er: „Die Art und Weise, wie Sie den besonderen Herausforderungen dieses Einsatzes gerecht wurden verdient größte Anerkennung. Ich persönlich ziehe den Hut vor dieser Leistung!“

Eröffnung der Vernissage
Nach den Reden eröffnete Admiralarzt Dr. Michael Knabe gemeinsam mit der Fotojournalistin Veronika Picmanova eine Vernissage.
Rund 50 Fotos konnten die Gäste betrachten. Bilder, die während eines Zeitraumes von zwei Jahren in Afghanistan entstanden sind und auch die Arbeit der OMLT Soldaten dokumentieren. Bei allen Schwierigkeiten, die in Afghanistan zu bewältigen sind, spricht aus den Fotos immer ein Fünkchen Hoffnung. „Sie werden auf den ausgewählten Bildern sehen, dass ich meist den Menschen betrachte. Nicht das Schicksal ist für einen Fotoapparat von Interesse sondern der Moment“, erläuterte die Fotografin.
„Ich habe viele ganz wunderbare Menschen getroffen und kennen gelernt. Menschen, die es verdient haben, dass sich die Staatengemeinschaft für sie einsetzt.“ Nach ihrer Erläuterungen forderte Frau Picmanova die Gäste auf, ein wenig vor den Bildern zu verweilen und ein wenig mehr als nur oberflächlich darauf zu schauen. „Ich möchte Sie einladen, zu ergründen, ob es mir gelungen ist, den Moment auf Dauer festzuhalten.“
Das Sanitätskommando II ist ablauforganisatorisch als ständiges Leitkommando bestimmt, um Personalauswahl, einsatzvorbereitende Ausbildung und letztendlich den Transport in und aus dem Einsatz zu koordinieren und zu organisieren.


