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Das Augenlicht bewahren: Internationales Symposium zu Augenverletzungen

Das Internationalen Symposium zu Augenverletzungen, wird von dem Flottenarzt Prof. Dr. Hermann Gümbel vertreten.

Flottenarzt Prof. Dr. Hermann Gümbel (Quelle Bundeswehr / Hillmann)Größere Abbildung anzeigen

Würzburg, 19.06.2008.
Vom 19. bis 22. Juni trafen sich in Würzburg führende Augenärzte aus Deutschland und der Welt zum achten Symposium der Internationalen Gesellschaft für Augenverletzungen (International Society of Ocular Trauma). Der Sanitätsdienst der Bundeswehr war vertreten durch Flottenarzt Prof. Dr. Hermann Gümbel, Leitender Arzt der Abteilung Augenheilkunde am Bundeswehrkrankenhaus Ulm.

Verletzungen der Augen gehören zu den am meisten unterschätzten Bedrohungen der Gesundheit. Etwa 750.000 Menschen sind allein in den USA aufgrund eines Traumas einäugig erblindet. 90 Prozent der Verletzungen gelten als vermeidbar. Epidemiologische Studien konnten in der Vergangenheit Ansatzpunkte zur wirksamen Prävention aufzeigen.

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Weltweite Fortschritte in der Augenheilkunde

So konnten in den letzten Jahrzehnten in einigen Ländern am Arbeitsplatz, im Straßenverkehr und beim Sport Augenverletzungen bereits in erheblichem Masse reduziert werden. Allerdings sind weitere Verbesserungen nötig. Die dramatischen Fortschritte in der Augenchirurgie können in vielen Ländern wegen sehr begrenzter Ressourcen nur teilweise umgesetzt werden.

Ein besonderes Thema des Symposiums war die erhebliche Zunahme an Augenverletzungen durch Kriege und terroristische Anschläge, die in der heutigen Zeit zu beobachten ist. Dabei muss sich der Augenarzt neuen Verletzungsmustern stellen. Es ist auch in scheinbar friedlichen Ländern mit einem möglichen Massenanfall von Verletzten zu rechnen. Die dabei erforderliche Triage und die psychologische Betreuung der Opfer sind für den Augenarzt neue Aufgaben.

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Augenverletzungen durch Sprengfallen

Als einziger Vertreter aus den NATO-Staaten berichtete Prof. Dr. Gümbel über die Ergebnisse der Versorgung von einhundertdreißig Soldaten in Camp Marmal in Afghanistan zwischen Oktober 2005 und Mai 2007. Dort wurden bei neun Soldaten der International Stabilisation Assistance Forces (ISAF) und bei 15 Soldaten der afghanischen Armee (ANA) kriegstraumatische Augenverletzungen behandelt.

Die Ursache der meisten schweren Augenverletzungen waren laut Gümbel improvisierte Sprengfallen (IED). Eine ballistische Schutzbrille sei deswegen für alle Soldaten zwingend erforderlich, mahnte der Oberstarzt während seines Vortrages.

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Verletzungsmuster von der Gefechtssituation abhängig

Neben Gümbel trug der indische Oberst und Augenarzt Deepak Kalva zu den Erfahrungen mit Schrapnellverletzungen durch Granaten vor. Der israelische Augenarzt Adiel Barak referierte zu Augenverletzungen von Zivilisten nach Selbstmordanschlägen. Hier überwogen Schnittverletzungen durch Fensterglas.

Gastgeber des Symposiums war die Würzburger Universitäts-Augenklinik, die im Jahr 2007 ihr 150jähriges Bestehen feierte und damit zu den ältesten Einrichtungen ihrer Art zählt.

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Stand vom: 02.12.13 | Autor: Joachim Horstmann


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