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Jeder Tropfen zählt!

Koblenz, 25.10.2006, Hardthöhenkurier Ausgabe 02/2006.
Der Blutspendedienst der Bundeswehr bietet Blutspendetermine in über 180 Standorten überall in Deutschland an.

Die Zuständigkeit für das Blutspenden in der Bundeswehr

Die Blutgruppenbestimmung eines jeden einzelnen Soldaten ist eine der Aufgaben des Blutspendedienstes, ebenso die Versorgung der Patienten in den Bundeswehrkrankenhäusern mit Blutkonserven. Beides wird seit über 40 Jahren (Beginn: 1962) durch den Blutspendedienst der Bundeswehr in Koblenz sichergestellt. Mit dem Anspruch der Versorgung der Soldaten in den Feldlazaretten der Krisenreaktionskräfte im Ausland nach deutschem Standard gewinnt die Bereitschaft zur Blutspende aller Mitarbeiter der Bundeswehr im Inland zusätzlich enorme Bedeutung.

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Die Laborabteilung V

Im Zuge umfangreicher Umstrukturierungen des Zentralen Sanitätsdienstes der Bundeswehr wurde im Jahre 2001 die Entscheidung getroffen, die gesamte Herstellung von Blutprodukten innerhalb des Zentralen Instituts des Sanitätsdienstes in Koblenz zu zentralisieren. Derzeit werden sämtliche Blutgruppen von Soldaten in Koblenz und in der Außenstelle München untersucht, immerhin eine Gesamtzahl von ca. 85 000 Rekruten pro Jahr.

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Warum Blutspenden?

Immer wieder schrecken Nachrichten aus den Krisengebieten die deutsche Öffentlichkeit auf. Manchmal sind diese Ereignisse konkret mit der Sorge um deutsche Soldaten verbunden, die sich an friedenssichernden Einsätzen beteiligen. Trotz ausgeklügelter Schutzmaßnahmen gibt es in solchen Gebieten keine vollständige Sicherheit. Die nach deutschem Arzneimittelrecht hergestellten Blutkonserven sind fester Bestandteil mobiler Feldlazarette. Bis jedoch eine Blutkonserve im Kühlschrank von Camp Warehouse in Kabul oder auch anderswo bereit steht, muss hier in Deutschland eine große logistische Leistung vollbracht werden.

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Die Spendenkette

Der Anfang dieser Kette, bei der am Ende das fertige Blutprodukt steht, wird bei der Planung der Blutspendetermine gemacht. Drei mobile Spendentrupps versuchen in den Bundeswehrstandorten des gesamten Bundesgebietes die jährlich benötigten ca. 40 000 Spender "anzuzapfen", um den Bedarf zu decken. Die begehrte und im Notfall für jeden Patienten einsetzbare Blutgruppe 0-Rhesus-negativ findet man nur in einer Häufigkeit von 6 % in der Bevölkerung, folglich auch nur bei 6% der Spender. Diese Konserven werden bevorzugt für die Auslandskontingente gebraucht. Alle anderen Blutgruppen werden natürlich ebenso dringend gebraucht – vor allem in den Ferienzeiten gibt es regelmäßig Engpässe, wenn das Spendenaufkommen geringer ist als in den übrigen Zeiten des Jahres, der Bedarf hingegen durch Unfälle und vermehrte Freizeitaktivitäten steigt. Es besteht eine gut funktionierende Kooperation mit anderen Blutspendediensten, insbesondere dem DRK, um die nationale Gesamtversorgung zu sichern.

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Schwierigkeiten und Probleme des Blutspendedienstes

Doch es gilt mit verschiedenen Schwierigkeiten fertig zu werden. Zum einen sinken die Rekrutenzahlen von Jahr zu Jahr, zum anderen sind viele Kommandeure und Kompaniechefs bei den verkürzten Ausbildungszeiten, die noch zur Verfügung stehen, nicht bereit, im Dienstplan den Blutspendentag vorzusehen. Darüber hinaus ist die Maßgabe des Generalinspekteurs in seinem Brief 2/83 an die Truppe, den Blutspendedienst vorrangig zu unterstützen, in dem aktuellen Brief 2/02 zwar im Grundsatz bekräftigt worden, jedoch fehlt der Hinweis auf die Möglichkeit zur Gewährung eines Sonderurlaubtages für diese humanitäre Leistung. Dies wird als "Kann - Bestimmung" verstanden und schlägt sich deutlich in den Standorten ohne Sonderurlaub in geringeren Spenderzahlen nieder. Leider nimmt die Zahl dieser Standorte zu. So freut sich der Planungsfeldwebel besonders, wenn eine Anfrage von Standorten kommt, die gerne in den Jahresplan aufgenommen werden möchten.

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Der Ablauf eines Blutspendetermins

Die jeweiligen Sanitätsbereiche oder Sanitätszentren unterstützen durch Absprachen und Informationen für die Soldaten und Zivilbediensteten und stellen einen Teil des Personals für den Termin. Die Truppenküche zaubert einen Spenderimbiss und stellt insbesondere Getränke zur Verfügung, denn die Verträglichkeit der Spende nimmt deutlich zu und die Wahrscheinlichkeit einer Kreislaufreaktion deutlich ab, wenn die Spender schon vor der Spende ausreichend Flüssigkeit, d. h. 0,5-1,0 Liter getrunken haben (z. B. Mineralwasser, Tee oder Fruchtsaft).Es werden pro Spender maximal 500 ml Vollblut entnommen, zuzüglich der Probenröhrchen für die Labortests; diese Tests bieten zusammen mit der Voruntersuchung, bei der Blutdruck und Puls gemessen sowie Temperatur und der rote Blutfarbstoff bestimmt werden, einen kostenlosen Gesundheitscheck. Sollten auffällige Befunde erhoben werden, wird der Truppenarzt bzw. der Hausarzt benachrichtigt und der Spender kann vor größeren Gesundheitsschäden bewahrt werden.

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Sicherheit beim Blutspenden - eine wichtige Aufgabe

Die jeweiligen Sanitätsbereiche oder Sanitätszentren unterstützen durch Absprachen und Informationen für die Soldaten und Zivilbediensteten und stellen einen Teil des Personals für den Termin. Die Truppenküche zaubert einen Spenderimbiss und stellt insbesondere Getränke zur Verfügung, denn die Verträglichkeit der Spende nimmt deutlich zu und die Wahrscheinlichkeit einer Kreislaufreaktion deutlich ab, wenn die Spender schon vor der Spende ausreichend Flüssigkeit, d. h. 0,5-1,0 Liter getrunken haben (z. B. Mineralwasser, Tee oder Fruchtsaft).Es werden pro Spender maximal 500 ml Vollblut entnommen, zuzüglich der Probenröhrchen für die Labortests; diese Tests bieten zusammen mit der Voruntersuchung, bei der Blutdruck und Puls gemessen sowie Temperatur und der rote Blutfarbstoff bestimmt werden, einen kostenlosen Gesundheitscheck. Sollten auffällige Befunde erhoben werden, wird der Truppenarzt bzw. der Hausarzt benachrichtigt und der Spender kann vor größeren Gesundheitsschäden bewahrt werden.

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Was geschieht nach der Blutspende mit dem Blut?

In Koblenz wird am nächsten Morgen zügig mit der Weiterverarbeitung begonnen. Die Blutkonserven werden filtriert und zentrifugiert. Die roten Blutkörperchen (Erythrozyten) verbleiben in einem Beutel, während der Überstand – das Blutplasma – in einen anderen Beutel abgepresst wird. Plasma muss innerhalb von 24 Stunden nach der Spende eingefroren sein, darum ist bei diesen ersten Herstellungsschritten Eile geboten. Benötigt ein Patient "Blut", braucht er meistens ein Erythrozyten-Konzentrat, also möglichst viele Sauerstoffträger, um die Versorgung lebenswichtiger Organe sicherstellen zu können. Plasma wird z. B. bei größeren Blutverlusten verabreicht, da es Gerinnungsfaktoren, die der Organismus in solchen Fällen in großer Menge verbraucht, enthält. Unterdessen werden die Röhrchen, die gleichzeitig mit der Spende abgenommen wurden, auf Infektionen mit Hepatitis- und HIV–Viren, sowie der Syphilis (Geschlechtskrankheit) untersucht. Zusätzlich erfolgt noch eine Blutgruppenbestimmung. Im Laufe des Tages laufen alle Ergebnisse beim Protokollleiter zusammen. In einem nächsten Schritt gibt der Herstellungs-Leiter nach erneuter Überprüfung die Konserven frei und es kann die Etikettierung erfolgen. Nun sind die Konserven abholbereit. Erythrozytenkonzentrate sind bei entsprechender Lagerung 49 Tage haltbar, Plasma 24 Monate, da es tiefgekühlt werden kann.

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Wer etwas gibt, bekommt auch etwas

Mit der Blutspende leistet jeder Soldat und Zivilbeschäftigte einen aktiven Beitrag für die Kameraden im In- und Ausland.


Übrigens: Ehrungen in Form von Urkunden und Anstecknadeln verleiht der Blutspendedienst Mehrfachspendern ab der 3.Spende. Bundeswehr und Rotes Kreuz erkennen die Spenden gegenseitig an und bedienen sich derselben Ehrenzeichen. "Blutspenden heißt Leben retten". Dieses Motto gilt für die Soldaten der Bundeswehr heute mehr denn je und jeder Bedienstete kann seinen wertvollen Beitrag dazu leisten. Schließlich kann auch jeder einmal selbst in die Lage geraten, zum Erhalt seines Lebens auf Blutkonserven angewiesen zu sein und so ist die Blutspende im wahrsten Sinn des Wortes eine praktizierte Selbst- und Kameradenhilfe!


IHR BLUT RETTET LEBEN !!!

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Stand vom: 02.12.13 | Autor: 


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