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Ausbildung zum Notfallmediziner an der Sanitätsakademie der Bundeswehr

München, 25.03.2009.
In Kooperation mit der American Heart Association (AHA) gewährleistet die Bundeswehr bei der Ausbildung international anerkannte Standards im Bereich der kardiovaskulären Notfallmedizin.

Seit Juli 2008 ist in den theoretischen Teil der Ausbildung zum Notfallmediziner an der Sanitätsakademie der Bundeswehr das Modul ACLS (Advanced Cardiovascular Life Support) integriert. Während der zweitägigen Zusatzausbildung, die in Kooperation mit der American Heart Association (AHA) stattfindet und nach international anerkannten Standards abläuft, werden die Lehrgangsteilnehmer durch zertifizierte Instruktoren gezielt im Bereich der Reanimation geschult. Während am ersten Tag vor allem theoretische Inhalte der kardiovaskulären Notfallmedizin anhand von Leitlinien und Algorithmen behandelt werden, folgen am zweiten Tag die praktische Anwendung dieser Inhalte an speziellen Puppen und eine schriftliche Prüfung. Aktuell läuft bereits der vierte Durchgang in dieser Form. In den kommenden zwei Tagen (27./28.03.2009) berichten wir ausführlich über die Zusatzausbildung.

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Zusatzbezeichnung Notfallmedizin

Der Notfallmedizinerlehrgang wird für alle Sanitätsoffiziere (Fachärzte aller Fachrichtungen / Assistenzärzte) an der Sanitätsakademie der Bundeswehr angeboten und ist Bestandteil der Ausbildung, die zur Zusatzbezeichnung Notfallmedizin (früher: Fachkunde Rettungsmedizin) führt. Die Ausbildungsanforderungen werden dabei von der Landesärztekammer (LÄK) definiert und umfassen neben mindestens 80 Stunden Theorie auch sechs Monate praktische Ausbildung auf einer Intensivstation und mindestens 50 Einsätze auf einem Notarztfahrzeug unter Anleitung eines ausgebildeten Rettungsmediziners. Sobald alle Bescheinigungen vorliegen, kann bei der zuständigen LÄK zu Zusatzbezeichnung beantragt werden, die Voraussetzung für die Zulassung zum Notarztdienst auf einem Notarztfahrzeug ist.

Ist die Zusatzbezeichnung Notfallmedizin einmal durch die LÄK verliehen, besteht für den zivilen Bereich Bestandsschatz, d.h. die Qualifikation bleibt dauerhaft bestehen, ohne weitere Nachweise zu erbringen. Bei der Bundeswehr müssen alle Notfallmediziner jedoch alle drei Jahre einen Refresher-Lehrgang an der Sanitätsakademie absolvieren, um die Qualifikation auf einem hohen und aktuellen Niveau zu halten und ihre entsprechende ATN (Ausbildungs- und Tätigkeitsnachweis) nicht zu verlieren. Diese ist wiederum Voraussetzung für die Zuerkennung der Stellenzulage für Ärzte, die seit 1. Januar 2009 alle Sanitätsoffiziere Arzt als Rettungsmediziner oder als Gebietsärzte erhalten.

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Bergung eines Verletzten innerhalb des Unfalllabyrinths

Intensive theoretische Ausbildung

Im Vergleich zur zivilen Fortbildung zum Rettungsmediziner ist die Ausbildung bei der Bundeswehr deutlich intensiver. Statt der geforderten 80 Stunden Theorie werden ca. 120 Stunden gelehrt, die in einem dreiwöchigen Blocklehrgang gehalten werden und zusätzliche Themen wie Einsatzmedizin oder das Training auf einem eigens eingerichteten Notfall-Parcour beinhalten. Außerdem ist seit Juli 2008 das Zusatzmodul ACLS integriert. Die schriftlichen und praktischen Prüfungen des Lehrgang sind jedoch analog zu denen im zivilen Bereich. Daher ist die Theorieausbildung zum Notfallmediziner an der Sanitätsakademie der Bundeswehr auch von allen Landesärztekammern anerkannt.

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International anerkanntes Zertifikat

Durch Kooperation mit der AHA erhalten die Teilnehmer neben dem landesspezifischen Zertifikat der Landesärztekammer Bayern (BLÄK) auch ein international anerkanntes Zertifikat der AHA. So gewährleistet die Bundeswehr bei der notfallmedizinischen Versorgung einen einheitlichen Ausbildungsstandard, dem sich zahlreiche Nationen unterworfen haben. Insbesondere in multinationalen Auslandseinsätzen, bei denen eine enge Zusammenarbeit mit anderen Nationen an der Tagesordnung ist, wird nun im Bereich der Advanced Cardiac Life Support die gleiche Sprache gesprochen.

Derzeit arbeitet die Sanitätsakademie mit Hochdruck daran, zukünftig auch eigenständig neue Trainer ausbilden zu können. Formal sind dafür bereits alle Voraussetzungen erfüllt und auch seitens der AHA liegt ein entsprechendes Angebot zur Anerkennung als internationales Trainingszentrum vor. In den nächsten Wochen sollen die Verträge dazu unterschrieben werden. Auch die Ausbildung internationaler Lehrgangsteilnehmer wäre dann denkbar. Fest steht bereits jetzt: Durch die Kooperation mit der AHA hat der Zentrale Sanitätsdienst der Bundeswehr bereits jetzt einen weiteren Meilenstein in Punkto Ausbildungsqualität gelegt.

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Stand vom: 02.12.13 | Autor: 


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