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Gesund am Horn von Afrika

Djibouti, 27.03.2009.
Infektionskrankheiten sind bei Auslandseinsätzen der Bundeswehr eine ernstzunehmende Bedrohung. So auch in Djibouti. In dem ostafrikanischen Staat sind Soldaten der Anti-Piraten Mission „ATALANTA“ stationiert. Experten des Sanitätsdienstes führten dort eine umfassende Risikoanalyse durch.

Mückenlarven in der Nahaufnahme
Mückenlarven (Quelle: Sanitätsdienst Bundeswehr / Morwinsky)Größere Abbildung anzeigen

Wie groß ist die Bedrohung durch Malaria oder Tuberkulose? Besteht das ganze Jahr ein Infektionsrisiko? Wie steht es um die Küchen- oder Trinkwasserhygiene in deutschen Unterkünften? Mit solchen Fragen befassen sich die Hygiene- und Gesundheitsexperten des Sanitätsdienstes der Bundeswehr. Die umfangreichen Anstrengungen der Bundeswehr zur Gesundheitsprophylaxe haben dazu beigetragen, dass die Erkrankungshäufigkeit deutscher Soldaten in tropischen Regionen im internationalen Vergleich sehr niedrig ist.

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Dr. Holtherm, Dr. Roßmann, Dr. Morwinsky (v.l.n.r)
Das Expertenteam im Hafen (Quelle: Sanitätsdienst Bundeswehr / Morwinsky)Größere Abbildung anzeigen

Dreiköpfige Expertengruppe

Dabei wird jedes Einsatzgebiet individuell untersucht: „Wir führen regelmäßig in allen Einsatzgebieten solche Untersuchungen durch“, erklärt Dr. Hans-Ulrich Holtherm. Der Oberfeldarzt ist der verantwortliche Hygieniker des Sanitätskommandos I in Kiel und war Teamleiter der dreiköpfigen Expertengruppe. Begleitet wurde er von zwei Spezialisten aus dem Sanitätsamt der Bundeswehr München: Dr. Katalyn Roßmann von der Abteilung Veterinärwesen und Dr. Thomas Morwinsky, Biologe in der Abteilung Präventivmedizin.

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Eine Insektenfalle im Unterkunftsbereich der Soldaten
Die Insektenfalle (Quelle: Sanitätsdienst Bundeswehr / Morwinsky)Größere Abbildung anzeigen

Straffes Programm

„Durch die fächerübergreifende Mischung des Teams konnten wir mit minimalem Zeit- und Kräfteaufwand optimal arbeiten“, erklärt Dr. Holtherm.

Das Programm bei dem zweiwöchigen Aufenthalt war straff: Es mussten alle Aspekte des vorbeugenden Gesundheitsschutzes überprüft werden. Dies beinhaltet unter anderem Untersuchung der lokalen Insektenpopulation. Fregattenkapitän d.R. Dr. Morwinsky ist Spezialist für Insekten und war primär mit dieser Aufgabe betreut: „Wir stellten in den deutschen Einrichtungen Fallen auf, um zu überprüfen, wie groß die Dichte der krankheitsübertragenden Insekten ist“, berichtet der Biologe.

Die gefangenen Exemplare wurden zur weiteren Untersuchung in ein Labor nach Deutschland geschickt. Dort wurden sie u.a. auf Malariaerreger untersucht.

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Im Hafen von Djibouti werden im großen Umfang Tiere verschifft
Am Hafen (Quelle: Sanitätsdienst Bundeswehr / Seeliger)Größere Abbildung anzeigen

Keine Gefahr

Weitere Aufgaben des Teams bestanden in der Tierseuchenprophylaxe und vorbeugende Maßnahmen, um eine Krankheitsübertragung auf den Menschen zu verhindern. Oberstabsveterinär Dr. Katalyn Roßmann erklärt: „Im Bereich der Piers am Hafen finden in der Nähe der deutschen Schiffe Tierverladungen in größtem Umfang statt. Wir befürchteten, dass mögliche Erreger, wie etwa die Maul- und Klauenseuche, an Bord der Marineschiffe kommen könnten“.

Doch der hohe qualitative Standard der örtlichen Quarantänestation überzeugte die drei Sanitätsoffiziere: „Aufgrund unserer gewonnen Erkenntnisse vor Ort können wir von keinem nennenswerten Risiko mehr sprechen“, so die Tierärztin.

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Das Expertenteam mit den örtlichen Kollegen
Das Expertenteam (Quelle: Sanitätsdienst Bundeswehr / Morwinsky)Größere Abbildung anzeigen

Enge Kooperation

Bei der Arbeit vor Ort stand das Team des Sanitätsdienstes immer in engem Kontakt mit den Gesundheitsbehörden vor Ort. So führten sie die Untersuchungen teils gemeinsam mit den einheimischen Experten durch. „Diese enge Kooperation hilft beiden Seiten und trägt auch zur Akzeptanz der Bundeswehr im Land bei“, berichtet Dr. Holtherm.

Die umfangreichen Untersuchungsergebnisse werden derzeit genau ausgewertet. Ausgehend davon werden die Spezialisten des Sanitätsdienstes neue Empfehlungen zur Gesundheitsvorsorge aussprechen. Dies kann den Gebrauch von Insektenschutzmittel aber auch Vorschriften zur Küchenhygiene beinhalten.

Hans-Ulrich Holtherm ist mit den bisherigen Ergebnissen sehr zufrieden. So seien keine neuen Gefahren für die Kameraden im Einsatz festgestellt worden. Auch habe sich das Infektionsrisiko für Malaria deutlich verringert: „Wir werden eine Aussetzung der medikamentösen Malariaprophylaxe in den heißen und trockenen Sommermonaten empfehlen, da die Mückendichte und damit das Infektionsrisiko für Malaria dann extrem niedrig sind“, kündigt der Oberfeldarzt an.

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Stand vom: 01.08.13 | Autor: 


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