Wehrmedizinisches Symposium 2009
München, 05.10.2009.
Das Wehrmedizinische Symposium 2009 fand mit über 100 Teilnehmern an der Sanitätsakademie der Bundeswehr in München statt. Neben Sanitätsoffizieren der Bundeswehr nahmen auch hochrangige Delegationen des französischen und des US-amerikanischen Sanitätsdienstes an der Veranstaltung teil. Zahlreiche Vertreter von zivilen Hochschulen und anderer Landes- sowie Bundesbehörden ergänzten den Teilnehmerkreis.
In der Eröffnungsrede betonte der Amtschef des Sanitätsamtes der Bundeswehr, Generalstabsarzt Dr. Jürgen Dick, dass mit der Wehrmedizinischen Forschung Fähigkeitslücken im Bereich des Sanitätsdienstes der Bundeswehr geschlossen werden.

Forum
Dies gilt insbesondere für die Thematik der posttraumatischer Belastungsstörungen (PTBS). Gerade in den letzten Jahren sind die Fälle durch robuster werdende Auslandseinsätze der Bundeswehr in der Häufigkeit gestiegen. Die Konferenz bot den militärischen, zivilen und internationalen Fachleuten ein Forum zum Austausch von Erfahrungen in Hinblick auf die Diagnostik und Therapie von PTBS.
Aus der Praxis
Anschaulich dargestellt wurde diese Thematik durch Beiträge aus der Praxis. Referenten des US-amerikanischen und französischen Sanitätsdienstes stellten in ihren Vorträgen ihre Erfahrungen im Umgang mit PTBS vor. So stellte der US-amerikanische Offizier ein Programm vor, das die individuelle Widerstandsfähigkeit gegen Stress stärkt und damit die Entstehung einer PTBS verhindern soll.

Zivile Rettungskräfte
Nicht nur das Militär kennt das Problem psychischer Traumata und seiner Folgen. Polizei, Feuerwehr, Technisches Hilfswerk und andere Einsatzkräfte arbeiten auch an entsprechende Präventionsmaßnahmen und brachten ihre Erfahrungen in diesem Forum ein.
Internet-Beratungsangebote
Wie die Versorgung unter intelligenter Nutzung neuer Medien weiter optimiert werden kann, zeigte der Ausblick auf anonymisierte Internet-Beratungsangebote für traumatisierte Soldaten. Stellvertretend hierfür sei das Angebot auf www.ptbs-hilfe.de genannt. Konzepte zur Behandlung und Prävention sowie deren Umsetzung in der Bundeswehr ergänzten diese Thematik.

Arbeitsmedizin
Neben dem Schwerpunkt PTBS wurde auf das breite Spektrum der Arbeitsmedizin eingegangen. Neben Methoden zur Erfassung von Leistungsgrenzen bei Soldaten in verschiedenen Anforderungsbereichen wurden mögliche Belastungen der Gesundheit von Soldaten durch ihre spezielle Arbeitsumgebung, etwa durch Gifte, elektromagnetische Felder oder Schädlingsbekämpfungsmittel dargestellt.
Das diesjährige Symposium gab allen Beteiligten die Möglichkeit, bei den schwierigen und auch politisch sensiblen Themen der Psychotraumatologie und der Gesundheitsvorsorge einen Überblick über den derzeitigen Erkenntnisstand zu bekommen.

