Fruchtbarer Gedankenaustausch und wichtige Impulse
München, 28.04.2009.
Vom 28. April bis 1. Mai 2009 findet in München im Internationalen Congress Center München (ICM) der 126. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie mit dem Leitthema „Humanität durch Technik“ statt.
Mit Fachvorträgen, einem Workshop und einer großangelegten Ausstellung bereichert der Sanitätsdienst der Bundeswehr den Kongress.

Bild vom Sanitätsdienst
Hunderte interessierte Fachbesucherinnen und Fachbesucher haben auf dem Gelände des ICM die Möglichkeit, sich von der Leistungsfähigkeit des Sanitätsdienstes der Bundeswehr zu überzeugen. Interessierte Seminarteilnehmer können sich auf dem Kongress ein Bild machen von der theoretischen und praktischen Notfallausbildung in der Bundeswehr.
Unter der Leitung von Oberstarzt Prof. Dr. Lorenz Lampl, Abteilungsleiter der Abteilung X – Anästhesie und Intensivmedizin des Bundeswehrkrankenhauses Ulm werden Fachvorträge angeboten, die dann im Workshop praxisorientiert umgesetzt werden können.

Kernaufgabe des Sanitätsdienstes
Die Qualität der sanitätsdienstlichen Versorgung in der Bundeswehr ist weltweit führend. In Bundeswehrkrankenhäusern in Deutschland, in den Rettungszentren und Lazaretten im Einsatz - in Auslandseinsätzen vom Balkan über das Seegebiet vor dem Libanon bis nach Afghanistan - sichern Chirurgen der Bundeswehr die notfallchirurgische Versorgung von Patientinnen und Patienten.
Im Zusammenhang mit aktuellen Konflikten weltweit sieht der Inspekteur des Sanitätsdienstes, Generaloberstabsarzt Dr. Kurt-Bernhard Nakath, „eine Lösung in naher Zukunft nicht wahrscheinlich“. „Einsatzversorgung wird dahin weiterhin eine Kernaufgabe des Sanitätsdienstes sein“, so Nakath weiter.
„Die Bilanz, die wir hinsichtlich der Einsatzversorgung vorweisen können ist unbestritten positiv und damit eine wesentliche Grundlage politischer Entsendeentscheidungen. Sie hat uns international Reputation eingebracht und ist für unsere Partner durchaus zum Maßstab der Weiterentwicklung ihrer Sanitätsdienste geworden“, unterstrich Nakath in seiner Begrüßungsrede anlässlich der Kongresseröffnung.

Einsatzrettungszentrum
„Zwanzig Soldatinnen und Soldaten des Sanitätslehrregimentes „Niederbayern” werden für die gesamte Dauer des Kongresses Teile eines Rettungszentrums präsentieren, wie es in Auslandseinsätzen der Bundeswehr verwendet wird,” so Stabsfeldwebel Richard Klinkhart, Kompaniefeldwebel der 3. Kompanie des Sanitätslehrregiments.
Das Einsatzrettungszentrum mit seiner modularen Bauweise, seinen robusten, geräumigen Zelten und vollklimatisierten Containern bietet sehr gute Voraussetzungen, unabhängig von fester Infrastruktur eine qualitativ hochwertige medizinische Versorgung von Patienten zu leisten.

Arbeitsplatz Container
Ziel ist es, einen fachlichen Standard zu gewährleisten, der, entsprechend der Maxime des Sanitätsdienstes der Bundeswehr, im Ergebnis einer Versorgung von Verletzten und Erkrankten in Deutschland entspricht. Außerdem präsentiert der Sanitätsdienst militärische Rettungsfahrzeuge, darunter den Transportpanzer FUCHS in der Version Beweglicher Arzttrupp (BAT). „Diese Version wird in den Einsatzgebieten wie zum Beispiel in Afghanistan und dem Kosovo eingesetzt und ist mit einem zivilen Notarztwagen vergleichbar“, betont Oberfeldwebel Michael Flemming von der 2. Kompanie.
„Die Besucher sind besonders davon beeindruckt, dass sie ihren Arbeitsplatz im Rettungszentrum sofort wieder erkennen. Insbesondere der Operationscontainer überzeugt durch moderne Technik und Umsetzung ziviler Standards, “ berichtet der Kommandeur des Sanitätslehrregiments, Oberfeldarzt Dr. Thorsten Schütz. „Die Möglichkeit zum schnellen Aufbau des Systems und die kurze Zeit bis zur Einsatzbereitschaft überzeugte die Kongressteilnehmer vollends“, fügt Oberstabsarzt Oliver Behr, Kompaniechef der 3. Kompanie des Regimentes, hinzu.

Ärztliches Selbstverständnis
Die Qualitätsmaxime im Sanitätsdienst, so der Inspekteur, hat sich zu einer tragenden Säule der gesellschaftlichen Akzeptanz von Auslandseinsätzen in Zeiten des Friedens im Inland entwickelt. „Diese Maxime steht im unmittelbaren Bezug zu dem Leitthema dieses Kongresses „Chirurgie - Humanität durch Technik“.
Nakath erinnerte die Zuhörerinnen und Zuhörer daran, dass nur die Ausrichtung an den Maßstäben des Hippokratischen Eid, „Ausdruck unseres ärztlichen Selbstverständnisses“, das ärztliche Handeln bestimmen darf. Am Ende seiner Rede wünschte Nakath den Zuhörerinnen und Zuhörern „einen fruchtbaren Gedankenaustausch und wichtige Impulse für die tägliche Arbeit.“



